He­pha­ta baut Wohn­haus für 1,3 Mil­lio­nen

14 schwerst-mehr­fach be­hin­der­te Kin­der und Ju­gend­li­che sol­len ab Herbst 2017 in Kor­schen­broich ein neu­es Zu­hau­se be­kom­men. An der Her­rens­hof­fer Stra­ße ent­steht ein bar­rie­re­frei­er Wohn­kom­plex.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON RUTH WIEDNER-RUNO

Lu­kas liebt Ei­sen­bah­nen. Der 18Jäh­ri­ge, der zur­zeit in ei­nem nicht bar­rie­re­frei­en He­pha­ta-Wohn­heim in Os­terath lebt, kann den Um­zug nach Kor­schen­broich kaum er­war­ten. „Er freut sich nicht nur auf ein mo­der­nes Zu­hau­se, noch viel mehr auf die neue Um­ge­bung und die Nä­he zum Bahn­hof“, ver­rät Su­san­ne Till­mann. Sie muss es wis­sen. Die zu­stän­di­ge Ar­chi­tek­tin für den He­pha­ta-Neu­bau an der Her­rens­hof­fer Stra­ße war im­mer wie­der in Os­terath, um die Be­dürf­nis­se und auch die Wün­sche der acht Be­woh­ner zu er­kun­den, die be­reits im kom­men­den Herbst nach Kor­schen­broich um­sie­deln wer­den. Ge­för­dert wird das Wohn­pro­jekt mit 487.000 Eu­ro von der Wohl­fahrts­pfle­ge NRW und mit 110.000 Eu­ro von der „Ak­ti­on Mensch“.

Till­mann hat für Lu­kas ein Zim­mer im ers­ten Stock aus­ge­wählt: „Die­ser Raum ist so kon­zi­piert, dass Lu­kas je­der­zeit frei­en Blick auf die Bahn­glei­se hat.“Er zählt ger­ne an­kom­men­de Zü­ge. Auf­ga­be der Ar­chi­tek­tin war es, den Neu­bau in ei­ne Be­bau­ung mit Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser zu in­te­grie­ren. Das recht­ecki­ge Wohn­haus hebt sich op­tisch durch sei­ne Run­dung in der Rück­front ab. „Auf die­se Wei­se konn­ten wir auch die al­te Bu­che er­hal­ten“, sagt sie, wohl­wis­send um die Be­deu­tung des Bau­mes. „Die Bu­che passt nicht nur als Schat­ten­spen­der ins Kon­zept. Sie bringt den Be­woh­nern die Na­tur ins Haus, be­schert ih­nen Licht­re­fle­xe und for­dert ih­re Sin­ne auf un­ter­schied­li­che Wei­se.“Über­haupt will He­pha­ta mit der Ein­rich­tung gleich meh­re­re Zie­le ab­de­cken. „Die in­di­vi­du­el­le Ba­sis­ver­sor­gung muss ge­si­chert sein“, sagt He­pha­ta-Spre­che­rin Son­ja Zei­ge­rer. Je­der Be­woh­ner müs­se aber zu­dem ge­för­dert wer­den, wie es die in­di­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten zu­lie­ßen. „Wir wol­len auch die Kom­pe- ten­zen der Kin­der und Ju­gend­li­chen im So­zia­len, Emo­tio­na­len, Kom­mu­ni­ka­ti­ven und Le­bens­prak­ti­schen er­wei­tern und an­re­gen“, nennt Zei­ge­rer wei­te­re Be­treu­ungs­schrit­te. Um ein Le­ben in klei­nen, fa­mi­li­en­ähn­li­chen Wohn­si­tua­tio­nen zu ge­währ­leis­ten, wird es in dem Neu­bau zwei Wohn­ge­mein­schaf­ten für je­weils sie­ben Kin­der oder Ju­gend­li­che ge­ben. Im Erd­ge­schoss ste­hen zwei Ter­ras­sen, im Ober­schoss zwei Bal­ko­ne zur Ver­fü­gung. Ein nach Sü­den aus­ge­rich­te­ter Gar­ten bie­tet ei­nen ge­si­cher­ten Raum im Frei­en.

Auch die Nä­he zum Ein­kaufs­zen­trum am Mat­thi­as-Hoe­ren-Platz, zu Ki­tas, Schu­len und der VHS hebt Zei­ge­rer her­vor. Be­geis­tert von dem Pro­jekt ist auch Si­mo­ne Fels-Bran­des, Ge­schäfts­füh­re­rin des Glad­ba­cher Flie­sen­le­ger-Un­ter­neh­mens. Sie ver­zich­tet be­reits im vier­ten Jahr auf Weih­nachts­prä­sen­te für Mit­ar­bei­ter und Kun­den. „Wir wol­len für die Kin­der Glücks­mo­men­te schaf­fen“, sagt sie. Ih­re Spen­de soll zum Kauf ei­ner Roll­stuhl­schau­kel bei­tra­gen. Auch Lu­kas wird da­von pro­fie­ren – wenn er nicht ge­ra­de die an­kom­men­den Zü­ge zählt.

FO­TO: DET­LEF ILGNER

Die evan­ge­li­sche Stif­tung He­pha­ta in­ves­tiert in ei­nen Neu­bau in Kor­schen­broich 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro. Im Herbst 2017 soll er fer­tig sein.

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