Aus­ge­zeich­net: Ar­bei­ten zum Kin­des­wohl

Zwei Stu­den­tin­nen ha­ben den Ver­bän­de­preis der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge er­hal­ten. An­na Gel­lings be­schäf­tig­te sich mit dem The­ma „ver­nach­läs­sig­te Kin­der“. Va­nes­sa Hil­pert ana­ly­sier­te, wie sich Bil­der­bü­cher für die Trau­er­ar­beit eig­nen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON LI­SA SCHMITZ

Zwei Ab­sol­ven­tin­nen des Fach­be­reichs So­zi­al­we­sen der Hoch­schu­le Nie­der­rhein sind jetzt mit dem Ver­bän­de­preis der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge in Mön­chen­glad­bach aus­ge­zeich­net wor­den. In ih­ren Ba­che­l­or­ar­bei­ten be­schäf­tig­ten sie sich aus un­ter­schied­li­cher Per­spek­ti­ve mit dem The­ma Kin­des­wohl. Da­für er­hiel­ten An­na Gel­lings und Va­nes­sa Hil­pert je­weils 500 Eu­ro.

Die 21-jäh­ri­ge An­na Gel­lings, Ab­sol­ven­tin des Stu­di­en­gangs So­zia­le Ar­beit, un­ter­such­te an­hand von Fall­bei­spie­len, wann das Wohl ei­nes Kin­des durch Ver­nach­läs­si­gung ge­fähr­det ist und wie die „So­zi­al­päd­ago­gi­sche Fa­mi­li­en­hil­fe“(SPFH) un­ter­stüt­zen kann. Da­bei wer­den Fa­mi­li­en im Rah­men der „Hil­fen zur Er­zie­hung“in­ten­siv be­ra­ten und be­glei­tet. Auf die­se Wei­se soll ver­mie­den wer­den, dass ein Kind aus der Fa­mi­lie ge­nom­men wer­den muss.

Ein hoch­ak­tu­el­les The­ma“, sag­te Frank Po­lixa, Vor­sit­zen­der der ört­li­chen Ar­beits­ge­mein­schaft der Frei­en Wohl­fahrts­ver­bän­de. Die Ver­bän­de in Mön­chen­glad­bach wünsch­ten sich, dass die Ver­trä­ge zwi­schen der Stadt und den Trä­gern der „Hil­fen zur Er­zie­hung“bei den im kom­men­den Jahr an­ste­hen­den Ver­hand­lun­gen nach­hal­tig aus­ge­stat­tet wür­den, füg­te er hin­zu. So kön­ne Qua­li­tät si­cher­ge­stellt wer­den. So­zi­al­de­zer­nen­tin Dör­te Schall dank­te An­na Gel­lings für ih­re Ar­beit. „Lei­der set­zen wir den Fo­kus ge­zwun­ge­ner­ma­ßen ver­kürzt oft auf die Fra­ge, wel­che Kos­ten ent­ste­hen, und ver­ges­sen den Blick auf das wirk­lich Wich­ti­ge: Was hilft dem Kind, was un­ter­stützt die Fa­mi­lie?“, er­klär­te sie. Auf den Be­schäf­tig­ten des All­ge­mei­nen So­zia­len Di­ens­tes las­te ei­ne ho­he Ver­ant­wor­tung – sie üb­ten das „staat­li­che Wäch­ter­amt“aus und stün­den als Ga­ran­ten für das Wohl ei­nes je­den Kin­des, be­ton­te Schall.

Das Wohl von Kin­dern stand auch im Zen­trum der Ar­beit von Va­nes­sa Hil­pert. Die 29-jäh­ri­ge Ab­sol­ven­tin des Stu­di­en­gangs Kind­heits­päd­ago­gik ana­ly­sier­te, wie sich Bil­der­bü­cher zum The­ma Tod, Ster­ben und Trau­er zur Trau­er­ar­beit im Kin­der­gar­ten eig­nen. „Kin­der trau­ern an­ders als Er­wach­se­ne“, sag­te Prof. Dr. As­trid Krus von der Hoch­schu­le Nie­der­rhein, die die Ar­beit be­treu­te. „Für sie ist der Tod nicht end­gül­tig. Aber selbst klei­ne Kin­der spü­ren den Ver­lust.“Hil­pert ha­be sich mit ih­rem The­ma auf ein Ter­rain ge­wagt, das in der Fach­li­te­ra­tur stark ver­nach­läs­sigt wer­de. „Die Ar­beit ist ein Schatz an Wis­sen, das Fach­kräf­te nut­zen kön­nen, um an­ge­mes­sen zu re­agie­ren, wenn ein Kind ei­nen An­ge­hö­ri­gen ver­lo­ren hat“, be­ton­te Krus.

Prof. Dr. Micha­el Borg-Laufs, De­kan des Fach­be­reichs So­zi­al­we­sen der Hoch­schu­le Nie­der­rhein, dank­te den Wohl­fahrts­ver­bän­den: „Er ist ei­ne Wür­di­gung und Mo­ti­va­ti­on für die­je­ni­gen, die be­son­ders Gu­tes leis­ten.“Jähr­lich zeich­net die Ar­beits­ge­mein­schaft der Ver­bän­de der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge Mön­chen­glad­bach her­aus­ra­gen­de Ab­schluss­ar­bei­ten im Fach­be­reich So­zi­al­we­sen der Hoch­schu­le Nie­der­rhein aus. Be­din­gung: Sie müs­sen sich in be­son­de­rer Wei­se auf die Be­din­gun­gen und Grund­sät­ze der prak­ti­schen so­zia­len Ar­beit der frei­en Ver­bän­de be­zie­hen oder sich mit den so­zia­len Ver­hält­nis­sen in der Stadt Mön­chen­glad­bach be­schäf­ti­gen.

In der Ar­beits­ge­mein­schaft sind Ar­bei­ter­wohl­fahrt, Ca­ri­tas­ver­band, der Pa­ri­tä­ti­sche, Deut­sches Ro­tes Kreuz, Dia­ko­ni­sches Werk und die Jü­di­sche Ge­mein­de zu­sam­men­ge­schlos­sen.

FO­TOS: HN/DPA/WÜST­NECK

An­na Gel­lings (6.v.l.) und Va­nes­sa Hil­pert (5.v.r.) nah­men den Preis von Frank Po­lixa (r.) ent­ge­gen. Va­nes­sa Hil­pert hat sich mit dem The­ma Trau­er­ar­beit mit Kin­dern be­schäf­tigt, An­na Gel­lings da­mit, wie man ver­nach­läs­sig­ten Kin­dern durch Un­ter­stüt­zung der Fa­mi­li­en hel­fen kann.

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