Lau soll Nachts­sicht­ge­rä­te für Ter­ror­trup­pen be­stellt ha­ben

Im Prozess ge­gen den Sala­fis­tenp­re­di­ger sag­te ges­tern ein Staats­schüt­zer aus Mön­chen­glad­bach aus.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Nach An­sicht des Mön­chen­glad­ba­cher Staats­schut­zes hat Sven Lau mehr­fach Nacht­sicht­ge­rä­te für ter­ro­ris­ti­sche Kampf­trup­pen in Sy­ri­en be­stellt. Die Be­am­ten hat­ten den Sala­fis­tenp­re­di­ger, der in Ei­cken ei­ne Is­lam­schu­le auf­bau­en woll­te, genau im Vi­sier: Sein Te­le­fon wur­de über­wacht, sei­ne Kon­to­be­we­gun­gen ge­prüft und sei­ne Ein- und Aus­rei­sen re­gis­triert. Das sag­te ges­tern der Mön­chen­glad­ba­cher Staats­schüt­zer im Prozess aus. Lau ist an­ge­klagt, weil er 2013 in vier Fäl­len ei­ne ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung im Aus­land un­ter­stützt ha­ben soll.

Die Staats­schüt­zer aus Mön­chen­glad­bach ar­bei­te­ten eng mit den Kol­le­gen aus Stutt­gart zu­sam­men. Die ent­deck­ten 2013 bei der Aus­wer­tung ei­nes Lap­top Laus Licht­bild und Über­wei­sungs­trä­ger mit frem­den Na­men. Der 36-jäh­ri­ge Sala­fis­tenp­re­di­ger und fünf­fa­che Va­ter soll da­mals in ei­nem Bun­des­wehr­shop in Wit­ten­ber­ge Nacht­sicht­ge­rä­te ge­kauft, Geld über­wie­sen und die Ge­rä­te dann Rich­tung Sy­ri­en wei­ter­ge­lei­tet ha­ben. Im Bun­des­wehr­shop ha­be man den Kol­le­gen die da­zu­ge­hö­ri­gen Rech­nun­gen zur Ver­fü­gung ge­stellt. Nach Über­prü­fung von Laus Kon­to­be­we­gun­gen sei er als Tä­ter in Ver- dacht ge­ra­ten. Bei den te­le­fo­ni­schen Be­stel­lun­gen sei dem Shop als Lie­fe­r­adres­se die Woh­nung von Laus Schwie­ger­mut­ter in Düs­sel­dorf ge­nannt wor­den. Für drei Nacht­sicht­ge­rä­te ha­be der Sala­fis­tenp­re­di­ger 447 Eu­ro und zwei­mal 500 Eu­ro ge­zahlt, so der Zeu­ge. Zu­dem soll der An­ge­klag­te da­mals ei­ne Sam­mel­be­stel­lung von 83 Ge­rä­ten auf­ge­ge­ben ha­ben.

Aus­sa­gen soll­te ges­tern auch Bern­hard F., eben­falls ein be­kann­ter Sala­fist, der bei an­ge­klag­ten Glau­bens­brü­dern häu­fig als Pro­zess­be­ob­ach­ter auf­taucht. Doch der mach­te vom Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht Ge­brauch, weil er sich selbst nicht be­las­ten woll­te. Laut An­kla­ge soll ein Zeu­ge im Lau-Prozess den 49-Jäh­ri­gen be­schul­di­gen, sich an den Lie­fe­run­gen der Nacht­sicht­ge­rä­te be­tei­ligt zu ha­ben.

FO­TO: RAUPOLD

Sven Lau bei ei­nem sei­ner Auf­trit­te auf dem Ei­cke­ner Markt.

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