FC Bay­ern straft den Her­aus­for­de­rer ab

Die Münch­ner zei­gen ih­re bes­te Sai­son­leis­tung, schla­gen Leip­zig 3:0 und über­win­tern an der Ta­bel­len­spit­ze.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON KLAUS BERG­MANN

MÜN­CHEN (dpa) Der FC Bay­ern bleibt die Macht im deut­schen Fuß­ball. Mit ei­ner meis­ter­li­chen Vor­stel­lung ent­zau­ber­ten die Münch­ner Stars den Senk­recht­star­ter Leip­zig im Jah­res-End­spiel mit 3:0 und kön­nen Weih­nach­ten an der Ta­bel­len­spit­ze ge­nie­ßen. Der Re­kord­meis­ter spiel­te mit ei­nem Dop­pel­schlag der Spa­nier Thiago und Xa­bi Alon­so schon vor der Ro­ten Kar­te für den Leip­zi­ger Emil Forsberg (30.) nach ei­nem gro­ben Foul­spiel an Phil­ipp Lahm sei­ne grö­ße­re Klas­se aus. In Über­zahl leg­te in dem früh ent­schie­de­nen Bun­des­li­ga-Top­spiel Ro­bert Le­wan­dow­ski per Foul­elf­me­ter noch nach.

„Deut­scher Meis­ter wird nur der FCB“san­gen die Münch­ner Fans schon 20 Mi­nu­ten vor Schluss der ein­sei­ti­gen Par­tie. Die Bay­ern ge­hen nach der bes­ten Sai­son­leis­tung mit 39 Punk­ten in die Win­ter­pau­se, die am 20. Ja­nu­ar mit ei­nem Gast­spiel in Frei­burg en­det.

Spit­zen­spie­le hal­ten oft nicht, was sie ver­spre­chen. Das war bei die­ser Pre­mie­re aber ab­so­lut nicht der Fall. Von der ers­ten Mi­nu­te an sa­hen die Zu­schau­er bei Tem­pe­ra­tu­ren um die null Grad ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung von ho­her In­ten­si­tät und vor al­lem ei­ne De­mons­tra­ti­on der Klas­se und ei­ne Aus­nah­me­stel­lung der Münch­ner.

Der Schlüs­sel zum Er­folg sei ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Ba­lan­ce zwi­schen Of­fen­si­ve und De­fen­si­ve, hat­te Bay­ern-Trai­ner Car­lo An­ce­lot­ti im Vor­feld der Par­tie er­klärt. Ent­spre­chend rich­te­te er sei­ne Auf­stel­lung aus, in der er auf Arjen Rob­ben und Dou­glas Cos­ta als schnel­le Au­ßen ne­ben Tor­jä­ger Le­wan­dow­ski so­wie ei­nem kom­pak­ten Mit­tel­feld um Rou­ti­nier Alon­so ver­trau­te.

Franck Ribéry und Tho­mas Mül­ler muss­ten im 4-2-3-1-Sys­tem auf der Er­satz­bank schmo­ren. An­ce­lot­ti setz­te auf sei­nen Spiel­ma­cher Thiago – der auch prompt als Tor­schüt­ze und Vor­be­rei­ter glänz­te. Die Leip­zi­ger setz­ten zwar den ers­ten tor­ge­fähr­li­chen Ak­zent, als Yussuf Poulsen nur knapp an ei­ner Her­ein­ga­be von Ti­mo Wer­ner vor­bei rutsch­te (4.), doch an­sons­ten konn­ten sie ihr Tem­po-Pres­sing nicht ent­fal­ten.

Tak­tisch her­vor­ra­gend ein­ge­stellt und un­glaub­lich kon­zen­triert und fo­kus­siert, gin­gen die per­so­nel­len Ent­schei­dun­gen An­ce­lot­tis voll auf. Nach ei­ner Hoch­ge­schwin­dig­keits­kom­bi­na­ti­on über Rob­ben und Lahm traf Le­wan­dow­ski nach Lahm-Pass nur den Pfos­ten, Thiago staub­te in bes­ter Mül­ler-Ma­nier zum 3800. Bun­des­li­ga-Tor des FC Bay­ern ab.

Vor dem 2:0 ver­lor Na­by Kei­ta in der Vor­wärts­be­we­gung den Ball ge­gen den ag­gres­si­ven Ar­turo Vidal. Der Chi­le­ne lei­te­te wei­ter auf Le­wan­dow­ski, der zu Thiago pass­te, der wie­der­um Alon­so be­dien­te – Leip­zig wirk­te re­gel­recht ein­ge­schüch­tert und be­ein­druckt. Spä­tes­tens als Forsberg nach ei­nem üb­len Tritt ge­gen Lahm Rot sah, war die Par­tie ent­schie­den. In der 45. Mi­nu­te traf Le­wan­dow­ski aus elf Me­tern sou­ve­rän zum 3:0. Selbst Leip­zigs Tor­wart Pe­ter Gu­lacsi agier­te zu die­sem Zeit­punkt un­si­cher, als er mit sei­nem zö­ger­li­chen Her­aus­lau­fen ge­gen Cos­ta den Straf­stoß erst er­mög­lich­te. Nach dem Wech­sel durf­te Ribéry für den ver­mut­lich an­ge­schla­ge­nen Rob­ben ran und füg­te sich so­fort in das har­mo­ni­sche Bild ein. Die Bay­ern hät­ten noch weit hö­her ge­win­nen kön­nen, doch das ver­hin­der­te gleich zwei­mal Le­wan­dow­skis Ei­gen­sinn, als der Po­le frei­ste­hen­de Mit­spie­ler über­sah. Es war zu ver­schmer­zen.

FO­TO: IM­A­GO/MIS

Tor­schüt­zen un­ter sich: Xa­bi Alon­so (links) und Thiago fei­ern ge­mein­sam Alon­sos Tref­fer zum 2:0 für den FC Bay­ern.

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