Ka­len­der­blatt 22. De­zem­ber 1849

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Fjo­dor Mich­ailo­witsch Dos­to­je­w­ski war be­reits ein an­er­kann­ter Au­tor, als er 1849 we­gen staats­feind­li­cher Ak­tio­nen an­ge­klagt wur­de. Ne­ben klei­ne­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen hat­te er vor al­lem mit dem Brief­ro­man „Ar­me Leu­te“ei­ni­gen Er­folg ge­habt. Doch Dos­to­je­w­ski hat­te sich auch mäch­ti­ge Fein­de ge­macht. Er hat­te an Tref­fen des so ge­nann­ten Pe­tra­schew­ski-Krei­ses teil­ge­nom­men, des­sen An­ge­hö­ri­ge als So­zia­lis­ten vom za­ris­ti­schen Re­gime ver­folgt wur­den. Der Schrift­stel­ler wur­de im April 1849 ver­haf­tet. Ein Mi­li­tär­ge­richt ver­ur­teil­te ihn nach Mo­na­ten im Ge­fäng­nis zum To­de. Am 22. De­zem­ber 1849 wur­de der 28-Jäh­ri­ge mit an­de­ren vor ein Er­schie­ßungs­kom­man­do ge­führt. Drei der Ver­ur­teil­ten wa­ren be­reits an Pf­lö­cke an­ge­bun­den, als schließ­lich ein Er­lass des Za­ren vor­ge­le­sen wur­de. Der Zar be­gna­dig­te die Män­ner, Dos­to­je­w­skis Stra­fe wur­de in vier­jäh­ri­ge Fe­s­tungs­haft mit Zwangs­ar­beit um­ge­wan­delt. Da­nach soll­te er auf Wunsch des Za­ren als ge­mei­ner Sol­dat die­nen. Sei­ne Er­leb­nis­se in der Haft in Si­bi­ri­en ver­ar­bei­te­te der Schrift­stel­ler spä­ter un­ter an­de­rem in den „Auf­zeich­nun­gen aus ei­nem To­ten­haus“. Die meis­ten sei­ner be­kann­tes­ten Wer­ke ver­fass­te Dos­to­je­w­ski nach der Zeit im Ge­fäng­nis. „Schuld und Süh­ne“er­schien 1866, „Der Idi­ot“1868, „Die Brü­der Ka­ra­ma­sow“1880. In die­sen Jahr­zehn­ten wur­de Dos­to­je­w­ski zu ei­nem der be­kann­tes­ten rus­si­schen Schrift­stel­ler.

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