In­ak­zep­ta­ble Be­hör­den­pan­nen

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Was muss man ei­gent­lich noch über ei­nen Ter­ro­ris­ten wis­sen, um zu ver­hin­dern, dass er ei­nen An­schlag ver­übt? Im Fal­le Anis Am­ri brann­ten al­le Alarm­lam­pen, lan­ge be­vor er den Ter­ror-Las­ter von Ber­lin in die Men­schen­men­ge ge­steu­ert hat: Vor­be­straft we­gen Kör­per­ver­let­zung, kein Auf­ent­halts­recht in Deutsch­land, of­fi­zi­ell der Vor­be­rei­tung ei­ner „staats­ge­fähr­den­den Straf­tat“ver­däch­tigt, be­kann­te Kon­tak­te zu ei­nem be­son­ders ge­fähr­li­chen Ter­rorNetz­werk. All das wuss­ten die Be­hör­den. Vor wem, wenn nicht vor sol­chen Ge­fähr­dern, wol­len sie uns ei­gent­lich schüt­zen?

Der deut­sche Si­cher­heits­ap­pa­rat hat of­fen­sicht­lich ekla­tant ver­sagt. Noch ist of­fen, wel­chen An­teil die Lan­des­be­hör­den in Ber­lin und in NRW und die Bun­des­be­hör­den dar­an je­weils hat­ten. Aber das muss prä­zi­se ge­klärt wer­den. Um aus den Feh­lern zu ler­nen. Und um die Ver­ant­wort­li­chen der Be­hör­den­pan­ne zu iden­ti­fi­zie­ren. Kei­nes­falls darf es wie­der so lau­fen wie nach der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht, wo Politik und Be­hör­den sich den schwar­zen Peter so­lan­ge ge­gen­sei­tig zu­ge­scho­ben ha­ben, bis am En­de über­haupt kei­ner mehr die Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat. Das darf der Staat sich nicht noch mal er­lau­ben. BE­RICHT

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