Die Hür­den für Kla­gen ge­gen den Staat sind hoch

Rheinische Post Moenchengladbach - - BERLIN UND DIE FOLGEN -

BER­LIN (rky) Ob­wohl mög­li­cher­wei­se Feh­ler deut­scher Be­hör­den mit da­zu führ­ten, dass der Ber­li­ner Ter­ror­an­schlag be­gan­gen wur­de, wer­den die An­ge­hö­ri­gen der zwölf To­ten den deut­schen Staat wahr­schein­lich nicht auf Ent­schä­di­gun­gen ver­kla­gen kön­nen. Dies er­klärt der Düs­sel­dor­fer An­walt Ju­li­us Rei­ter, der un­ter an­de­rem An­ge­hö­ri­ge der Lo­ve­pa­ra­de-Ka­ta­stro­phe in Duis­burg ver­tritt.

Es müs­se ei­ne di­rek­te Kau­sal­ket­te zwi­schen An­schlag und un­ter­las­se­nem Ein­schrei­ten des Staa­tes ge­ben, sagt Rei­ter: „Es reicht nicht, wenn dem Staat be­kannt war, dass ein spä­te­rer Tä­ter viel­leicht Ge­walt­fan­ta­si­en oder Sym­pa­thie für Ter­ror­grup­pen hat­te. Ei­ne Kla­ge wä­re nur denk­bar, wenn der Staat se­hen­den Au­ges mit­be­kom­men hat, dass ei­ne Straf­tat kon­kret vor­be­rei­tet oder be­gon­nen wird, oh­ne dass er ein­ge­schrit­ten ist.“Da­für se­he er aber „bis­her kei­ner­lei An­zei­chen“. Al­ler­dings be­tont Rei­ter, man müs­se nun ab­war­ten, was die Er­mitt­lun­gen er­ge­ben.

An­ders wä­re die La­ge, wenn aus­län­di­sche Staa­ten die Mord­tat un­ter­stützt ha­ben. So ließ Li­by­ens Dik­ta­tor Mu­am­mar al Gad­da­fi 35 Mil­lio­nen Dol­lar aus­zah­len, nach­dem be­wie­sen war, dass Agen­ten sei­nes Lan­des ei­nen Bom­ben­an­schlag in der West-Ber­li­ner Dis­ko­thek „La Bel­le“mit­or­ga­ni­siert hat­ten. Für Auf­se­hen sorg­te En­de Sep­tem­ber, dass die USA nun Kla­gen ge­gen Sau­di-Ara­bi­en we­gen der Ter­ror­ta­ten vom 11. Sep­tem­ber 2001 er­lau­ben. Der Hin­ter­grund ist, dass Stif­tun­gen und Re­gie­rungs­mit­ar­bei­ter aus dem Land als ver­däch­tig gel­ten, die An­schlä­ge un­ter­stützt zu ha­ben.

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