Auch Nach­tei­le

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Hei­de Kö­nig-Re­mong per Mail

Den Vor­stoß von Jens Spahn in Rich­tung dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaft be­grü­ße ich sehr. Er scheint ei­ner der we­ni­gen zu sein, die nicht al­les ro­sa­rot se­hen, son­dern auch Nach­tei­le und Ge­fah­ren er­ken­nen. Der dop­pel­te Pass er­mög­licht es dem In­ha­ber, sich in zwei Län­dern gleich­zei­tig und un­ter Um­stän­den wi­der­sprüch­lich zu en­ga­gie­ren. Wer für Er­do­gan ist, soll­te sei­nen deut­schen Pass ab­ge­ben und schleu­nigst in die tür­ki­sche Hei­mat zu­rück­ge­hen. Der hat hier nichts zu su­chen. Wenn ich hö­re, der Dop­pel­pass sei so wich­tig für die In­te­gra­ti­on, kann ich nur la­chen. Das Ge­gen­teil ist der Fall, denn wenn ich mich nicht ent­schei­den muss, muss ich mich auch nicht wirk­lich in­te­grie­ren. In­ne­re Bin­dun­gen an die Tra­di­tio­nen und das Land der El­tern muss und soll nie­mand auf­ge­ben. Aber wie­so braucht man da­für ei­nen zwei­ten Pass? Ich möch­te nicht, dass Men­schen hier wäh­len dür­fen, die ih­re Hei­mat in Wirk­lich­keit wo­an­ders se­hen.

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