Pu­tin sieht Trumps Plä­ne ge­las­sen

Der de­si­gnier­te US-Prä­si­dent kün­digt bei Twit­ter ei­ne mas­si­ve Atom­auf­rüs­tung an. Der rus­si­sche Prä­si­dent scheint un­be­ein­druckt – im Ge­gen­satz zu Pe­king.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

MOSKAU (AP) Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin hat un­be­ein­druckt auf die mi­li­tä­ri­schen Auf­rüs­tungs­plä­ne des künf­ti­gen US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump re­agiert. Trumps jüngs­te An­kün­di­gung, die Atom­waf­fen­ka­pa­zi­tät der USA müs­se mas­siv aus­ge­baut wer­den, sei nicht un­ge­wöhn­lich und ent­spre­che den im Wahl­kampf ge­mach­ten Kom­men­ta­ren des Re­pu­bli­ka­ners, sag­te Pu­tin ges­tern in Moskau. Die Atom­macht Chi­na er­klär­te ih­rer­seits, Trumps Atom­waf­fen­po­li­tik ge­nau be­ob­ach­ten zu wol­len.

Der künf­ti­ge US-Prä­si­dent hat­te am Don­ners­tag auf Twit­ter ge­schrie­ben, er wol­le, dass die Atom­waf­fen­ka­pa­zi­tä­ten sei­nes Lan­des aus­ge­baut wer­den, „bis der Rest der Welt im Um­gang mit Nu­kle­ar­waf­fen zur Ver­nunft kommt“. Tags zu­vor hat­te er sich mit rang­ho­hen Ver­tre­tern des Pen­ta­gons und der Rüs­tungs­in­dus­trie ge­trof­fen.

Die USA hät­ten zwar den grö­ße­ren Mi­li­tär­ap­pa­rat, doch Russ­land sei stark, sag­te Pu­tin. „Sie ha­ben mehr Ra­ke­ten, mehr U-Boo­te und mehr Flug­zeug­trä­ger. Aber Russ- land ist ein­fach stär­ker als je­der Ag­gres­sor“, füg­te er hin­zu. Russ­land ha­be sei­ne Atom­streit­macht durch die Mo­der­ni­sie­rung sei­nes Mi­li­tärs ge­stärkt, sag­te Pu­tin wei­ter. Sein Land ver­fü­ge über Nu­kle­ar­waf­fen, die je­des Ab­wehr­sys­tem über­win­den könn­ten. Die rus­si­schen Waf­fen ver­stie­ßen nicht ge­gen Ver­trä­ge zur Wla­di­mir Pu­tin Rus­si­scher Prä­si­dent, zu den Auf­rüs­tungs­plä­nen Trumps Rüs­tungs­be­schrän­kung. Auch sei es nicht Moskau, das den Rüs­tungs­wett­lauf be­schleu­nigt ha­be.

Pu­tin ver­wies in die­sem Zu­sam­men­hang auf den 2001 vom da­ma­li­gen US-Prä­si­den­ten Ge­or­ge W. Bush ver­kün­de­ten Aus­tritt aus ei­nem Ab­kom­men, das den Bau von Ra­ke­ten­ab­wehr­sys­te­men ver­bo­ten hat. Die USA ha­ben ver­si­chert, dass sich ih­re Ra­ke­ten­ab­wehr nicht ge­gen Russ­land rich­te.

Das chi­ne­si­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um er­klär­te ges­tern, Pe­king wer­de sehr auf­merk­sam ver­fol­gen, wel­che Atom­waf­fen­po­li­tik Trump künf­tig be­trei­ben wol­le. Die Län­der mit den größ­ten Nu­kle­ar­waf­fen­ar­se­na­len soll­ten die Füh­rung bei der Abrüs­tung ein­neh­men, sag­te Au­ßen­amts­spre­che­rin Hua Chun­y­ing in Pe­king. Ihr Land sei für ein Ver­bot und die Zer­stö­rung von Atom­waf­fen. Chi­na ist ei­ne Atom­macht, wenn auch mit ge­schätz­ten 260 nu­klea­ren Spreng­köp­fen ei­ne deut­lich klei­ne­re als Russ­land und die USA, die je­weils über mehr als 7000 ver­fü­gen sol­len. 1996 hat­te Chi­na den Atom­waf­fen­sperr­ver­trag un­ter­schrie­ben.

Mit ei­nem Aus­bau des Atom­waf­fen­ar­se­nals könn­te Trump ei­ne schar­fe Ab­kehr von der si­cher­heits­po­li­ti­schen Li­nie des schei­den­den Prä­si­den­ten Ba­rack Oba­ma ein­läu­ten. Oba­ma hat­te einst die nu­klea­re Nicht­ver­brei­tung zum Herz­stück sei­ner Agen­da er­klärt und sich 2009 da­für stark ge­macht, dass die USA sich an die Spit­ze der Be­mü­hun­gen um ei­ne atom­waf­fen­freie Welt set­zen müss­ten.

„Russ­land ist ein­fach stär­ker als je­der Ag­gres­sor“

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