Pre­mier Tsi­pras at­ta­ckiert Mi­nis­ter Schäu­b­le

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

AT­HEN (höh) Der grie­chi­sche Pre­mier­mi­nis­ter Al­exis Tsi­pras schürt den Kon­flikt mit den in­ter­na­tio­na­len Geld­ge­bern. Im Streit um das „Weih­nachts­geld“, das er jetzt oh­ne Ab­spra­che mit den Gläu­bi­gern an grie­chi­sche Rent­ner ver­teilt, nimmt der grie­chi­sche Pre­mier ins­be­son­de­re Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le ins Vi­sier. Er ris­kiert da­mit den Bruch mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel. Tsi­pras mög­li­ches Kal­kül: Er sucht die Po­la­ri­sie­rung, um sei­ne mi­se­ra­blen Um­fra­ge­wer­te auf­zu­bes­sern und Neu­wah­len her­bei­zu­füh­ren. „Je­ne, de­nen es psy­chisch nicht gut geht, kön­nen we­der die Pro­ble­me ih­res ei­ge­nen Lan­des lö­sen, noch die Pro­ble­me Eu­ro­pas, oder die der gan­zen Welt“, sag­te Tsi­pras bei ei­ner Ver­an­stal­tung im grie­chi­schen Par­la­ment. Grie­chi­sche Me­di­en in­ter­pre­tier­ten die­se Äu­ße­rung als Ant­wort an Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le, der zu­vor in ei­nem In­ter­view mit der „Zeit“ge­sagt hat­te, er ha­be „über­haupt kein Ver­ständ­nis, wenn der der grie­chi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent der deut­schen Bun­des­re­gie­rung vor­wirft, sie wol­le den grie­chi­schen Rent­nern scha­den“. Schäu­b­le kri­ti­sier­te, das von Tsi­pras ein­sei­tig ge­währ­te Weih­nachts­geld für 1,6 Mil­lio­nen Rent­ner sei nicht mit den Geld­ge­bern ab­ge­stimmt. Grie­chen­land ver­let­ze da­mit sei­ne Ver­pflich­tun­gen. Mit sei­ner Ent­schei­dung, nun ein­sei­tig Son­der­zah­lun­gen an Rent­ner zu ver­tei­len und ver­ein­bar­te Steu­er­an­pas­sun­gen aus­zu­set­zen, hat Tsi­pras die Geld­ge­ber vor den Kopf ge­sto­ßen. Die Geld­ge­ber prü­fen jetzt, ob Tsi­pras mit sei­nen Weih­nachts­ge­schen­ken ge­gen die Ver­ein­ba­run­gen des lau­fen­den Kre­dit­ver­tra­ges ver­sto­ßen hat.

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