Mit Dis­ney in die Süd­see rei­sen

„Vaia­na“er­zählt sehr ge­lun­gen von ei­nem aben­teu­er­lus­ti­gen Mäd­chen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINO - VON SE­BAS­TI­AN ESCH

Vaia­na (ge­spro­chen von Li­na La­ris­sa Strahl) ist ein aben­teu­er­lus­ti­ges Mäd­chen. Mit ih­rer Fa­mi­lie lebt sie auf ei­ner In­sel, der es seit Ge­ne­ra­tio­nen an nichts man­gelt. Des­we­gen hält Stam­mes­füh­rer Tui, Vaia­n­as Va­ter, an al­ten Tra­di­tio­nen fest, die das Ver­las­sen der In­sel ver­bie­ten. Doch wie soll­te es an­ders sein, die Prot­ago­nis­tin träumt seit Kin­der­ta­gen von ei­ner Rei­se über das Meer. Als die Früch­te der In­sel zu ver­der­ben be­gin­nen, ist für Vaia­na klar: Sie muss die Hei­mat ver­las­sen und den Halb­gott Maui (Andre­as Bou­ra­ni) fin­den. Denn der ist laut den Ge­schich­ten ih­rer Groß­mut­ter für das Übel ver­ant­wort­lich. Lei­der be­fin­det sich Maui auf ei­nem Ego-Trip und denkt nicht ans Hel­fen. Un­ter der stol­zen Fas­sa­de ver­ste­cken sich aber ein wei­cher Kern und ei­ne trau­ri­ge Vor­ge­schich­te, die dem Zu­schau­er im Ver­lauf des Films über sei­ne le­ben­di­gen Tat­toos ver­mit­telt wird.

„Vaia­na“heißt der neue Ani­ma­ti­ons­film aus den Hau­se Dis­ney. Das Zu­sam­men­spiel zwi­schen Maui und dem Mäd­chen funk­tio­niert die meis­te Zeit sehr gut. An man­chen Stel­len ha­ben sich aber plum­pe Wort­spie­le ein­ge­nis­tet (Stich­wort: Twit­ter). Für Ab­hil­fe sorgt der heim­li­che Held der Ins­ze­nie­rung, das Huhn Hei­hei, das mit wit­zi­gen Mo­men­ten die vor­wie­gend düs­te­re Stim­mung auf­lo­ckert.

Größ­te Stär­ke des Films ist die vi­su­el­le Um­set­zung der Süd­see­land- schaf­ten. Sei­en es die traum­haf­ten In­seln, das glän­zen­de Meer in sei­nen ver­schie­de­nen Fa­cet­ten oder die Pas­sa­gen un­ter Was­ser – die Bil­der sind op­ti­mal auf die Stim­mung zu­ge­schnit­ten und er­zeu­gen ei­ne zau­ber­haf­te At­mo­sphä­re.

Wich­ti­ges Ele­ment bei Dis­ney­fil­men ist die Um­set­zung der Mu­sik und Spra­che ins Deut­sche. Zum größ­ten Teil klappt das bei Vaia­na. Ein Pro­blem: ei­nen Spre­cher mit mu­si­ka­li­schem Ta­lent zu be­set­zen, klingt sin­nig, lei­der kann Bou­ra­ni als Stim­me von Maui aber nicht voll­ends über­zeu­gen. Die Fi­gur ist äu­ßer­lich an Dway­ne John­son an­ge­lehnt, der ihn im Ori­gi­nal spricht. Bou­ra­ni ge­lingt es nicht voll­stän­dig die Rol­le aus­zu­fül­len. Den Lie­dern fehlt hin­ge­gen zwar das Ohr­wurm­po­ten­zi­al, schön sind sie den­noch. Den Ti­telsong steu­ert He­le­ne Fi­scher bei.

Ob die süd­län­di­sche The­ma­tik für weih­nacht­li­che Stim­mung sorgt, sei da­hin ge­stellt. Für Dis­ney dürf­te es aber ein schö­nes Weih­nachts­ge­schenk wer­den. Vaia­na, USA, 2016 – Re­gie: Ron Cle­ments, John Mus­ker 107 Min., FSK ab 0 Jah­re

FO­TO: DPA

Ti­tel­hel­din Vaia­na (l.) und der Halb­gott Maui.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.