Ti­be­ri­us soll die Ger­ma­nen in die Schran­ken wei­sen

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON MAR­TIN WUL­FF

VE­TE­RA In Ger­ma­ni­en leis­ten er­neut ver­ein­zel­te Stäm­me ge­walt­sa­men Wi­der­stand ge­gen Rom. Die ge­nau­en Hin­ter­grün­de des Kon­flikts sind noch un­klar. Es gilt aber als wahr­schein­lich, dass un­ter an­de­rem die Stäm­me der Chat­tua­ri­er und die Che­rus­ker an die­sem Auf­stand be­tei­ligt sind. Der de­si­gnier­te Nach­fol­ger und Schwie­ger­sohn des Kai­sers, Ti­be­ri­us, hat be­reits an­ge- kün­digt, er wer­de den Auf­stand nie­der­schla­gen. Eben­falls ge­plant ist ei­ne um­fas­sen­de See­ex­pe­di­ti­on um Jüt­land. Soll­ten die Er­geb­nis­se die­ses Un­ter­neh­mens po­si­tiv aus­fal­len, könn­ten auch mi­li­tä­ri­sche Feld­zü­ge öst­lich der El­be ge­star­tet wer­den. Ex­per­ten er­war­ten, dass es ge­lin­gen wird, Ger­ma­ni­en zu ei­ner rö­mi­schen Pro­vinz zu ma­chen. Schließ­lich sind vie­le ger­ma­ni­sche Stäm­me dem rö­mi­schen Staat be­reits treu er­ge­ben.

Zu den Maß­nah­men, wel­che die Ro­ma­ni­sie­rung Ger­ma­ni­ens vor­an­trei­ben sol­len, zäh­len un­ter an­de­rem der Aus­bau ger­ma­ni­scher Stra­ßen durch rö­mi­sche Pio­nie­re so­wie der Bau von Markt­plät­zen, an de­nen Rö­mer und Ger­ma­nen ge­mein­sam und fried­lich ih­re Ge­schäf­te tä­ti­gen kön­nen. Kom­plet­te Sied­lun­gen, in­klu­si­ve Bä­der, sol­len er­rich­tet wer­den und den bar­ba­ri­schen Ger­ma­nen den er­ha­be­nen rö­mi­schen Le­bens­stil schmack­haft ma­chen.

Die Aus­bil­dung der zu­künf­ti­gen ger­ma­ni­schen Eli­ten spielt eben­falls ei­ne Rol­le. Zahl­rei­che jun­ge An­ge­hö­ri­ge des ger­ma­ni­schen Adels sind be­reits in Rom sess­haft, was ih­re Ver­wand­ten in Ger­ma­ni­en zur Treue ge­gen­über Rom ge­mah­nen soll­te. Dass die­se nicht selbst­ver­ständ­lich ist, zeigt das Bei­spiel Mar­bo­ds. Die­ser Ger­ma­ne hat in Rom ei­ne mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung ge­nos­sen. „Er be­sitzt ei­nen küh­nen Geist und ist mehr von sei­ner Ab­kunft als von sei­nen geis­ti­gen Fä­hig­kei­ten ein Bar­bar“, sagt der po­li­ti­sche Be­ob­ach­ter und Chro­nist Vel­lei­us Pa­ter­cu­lus über ihn. Als Heer­füh­rer scheint Mar­bod sei­ne Aus­bil­dung nun zu nut­zen, um in Ger­ma­ni­en ei­ge­ne Zie­le zu ver­fol­gen. Ge­rüch­ten zu­fol­ge ist er an den Ak­tio­nen der Wi­der­ständ­ler be­tei­ligt. Den­noch könn­te ein sieg­rei­cher Ab­schluss des Ti­be­ri­us-Feld­zu­ges die El­be end­gül­tig als Nord-Ost-Gren­ze des Rö­mi­schen Rei­ches eta­blie­ren.

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