Weih­nach­ten wird wie­der mär­chen­haft

Die ARD setzt ih­re Mär­chen­rei­he „Sechs auf ei­nen Streich“fort: Vier Neu­ver­fil­mun­gen sind im Weih­nachts­pro­gramm zu se­hen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN AM SONNTAG - VON BEA­TE WYGLENDA

BRE­MEN Prinz Him­mel­blau (Jo­na­than Ber­lin) hält nichts von den Re­geln sei­ner Mut­ter (Mecht­hild Groß­mann). Denn sie will dem jun­gen Mann vor­schrei­ben, wel­che Frau er zu hei­ra­ten hat. Hübsch soll sie sein, un­kom­pli­ziert und na­tür­lich aus gu­tem und wohl­ha­ben­dem Hau­se stam­men. Nicht er­wünscht sind da­ge­gen ma­gi­sche Kräf­te. Als sich der Prinz aber aus­ge­rech­net in die schö­ne Fee Lu­pi­ne (Ru­by O. Fee) ver­liebt, holt die Kö­ni­gin ih­re al­te Fein­din, die He­xe Con­fi­dan­te (Frie­de­ri­ke Kemp­ter), zu Hil­fe, um das Paar mit ei­nem Fluch zu be­le­gen.

Die Er­zäh­lung von „Prinz Him­mel­blau und Fee Lu­pi­ne“nach ei­nem Mär­chen des Dich­ters Chris­toph Mar­tin Wie­land ge­hört viel­leicht nicht zu den be­kann­tes­ten Ge­schich­ten in der ARD-Mär­chen­rei­he „Sechs auf ei­nen Streich“.

Doch nach neun Jah­ren und ins­ge­samt 42 Ver­fil­mun­gen macht es ge­ra­de den Reiz der Rei­he aus, zu Weih­nach­ten ne­ben den be­rühm­ten Klas­si­kern auch ein paar un­be­kann­te­re Stü­cke zu se­hen. Auch die­ses Jahr strahlt das Ers­te nicht sechs, wie der Na­me der Mär­chen­samm­lung ver­mu­ten lie­ße, son­dern gleich acht Mär­chen am Ers­ten und Zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag aus. Ne­ben den Wie­der­ho­lun­gen „Kö­nig Dros­sel­bart“, „Ra­pun­zel“, „Frau Hol­le“und „Aschen­put­tel“sind die vier Neu­ver­fil­mun­gen „Das Mär­chen vom Schla­raf­fen­land“, „Hans im Glück“so­wie „Das sin­gen­de, klin­gen­de Bäum­chen“und eben „Prinz Him­mel­blau und Fee Lu­pi­ne“da­bei.

Ge­dreht wur­de mit New­co­mern so­wie pro­mi­nen­ten deut­schen Film- und Fern­seh­schau­spie­lern wie Frie­de­ri­ke Kemp­ter, die dem Pu­bli­kum un­ter an­de­rem als Kom­mis­sa­rin Na­desh­da Kru­sens­tern an der Sei­te von Axel Prahl und Jan Jo­sef Lie­fers im „Tat­ort“aus Müns­ter be­kannt ist. Für „Prinz Him­mel­blau und Prin­zes­sin Lu­pi­ne“mal in die Rol­le ei­ner bö­sen He­xe zu schlüp­fen, mach­te der 37-Jäh­ri­gen be­son­ders viel Spaß. „Ich wür­de die He­xe im­mer der Prin­zes­sin vor­zie­hen“, sagt sie.

„Ich mag die kom­ple­xen, viel­schich­ti­gen Rol­len, die auch et­was Trau­ri­ges oder Bö­ses in sich tra­gen. So je­man­den zu spie­len, ist viel span­nen­der, als die ewig Gu­te zu ver­kör­pern.“Un­ein­ge­schränkt bö­se sei die He­xe Con­fi­dan­te au­ßer­dem nicht – zu­min­dest wür­de sie das selbst nicht so se­hen, er­klärt Kemp­ter: „Sie hat ei­ne gro­ße Krän­kung durch­ge­macht und war lan­ge Zeit im Ker­ker, bei Was­ser und Brot, Käl­te und Schmutz ein­ge­sperrt.“Nun stre­be sie nach Glück für sich selbst, auch wenn da­bei an­de­re zu Scha­den kä­men. „Von au­ßen be­trach­tet ist sie gie­rig und hin­ter­häl­tig, an­de­re Men­schen sind ihr egal.“

Doch das, so Kemp­ter, ma­che ein gu­tes Mär­chen aus. Es gibt das Gu­te und das Bö­se in der Ge­schich­te. Schon als Kind war die Schau­spie­le­rin fas­zi­niert da­von. „Ich bin mit den klas­si­schen Mär­chen auf­ge­wach­sen, mei­ne Groß­mut­ter las oft aus ih­rem Sam­mel­band vor“, sagt Kemp­ter. „Es war die Mi­schung aus gu­ten Zwer­gen, bö­sen Stief­müt­tern, spre­chen­den Geiß­lein und Mäd­chen mit ro­ten Kap­pen, die Spaß ge­macht hat.“Auch Uwe Och­senk­necht, Hei­no Ferch, Heinz Ho­enig, Chris­tel Bo­den­stein und Fried­rich Liech­ten­stein sind in den Mär­chen zu se­hen, die sich als zeit­ge­mä­ße Fas­sun­gen prä­sen­tie­ren, oh­ne da­bei das Ori­gi­nal auf den Kopf zu stel­len.

FO­TO: RA­DIO BRE­MEN/MICHA­EL IHLE

Mit Ent­set­zen be­ob­ach­tet He­xe Con­fi­dan­te (Frie­de­ri­ke Kemp­ter, l.) den glück­li­chen Prin­zen mit sei­ner Er­wähl­ten. Die Kö­ni­gin (Mecht­hild Groß­mann) hat sie aus dem Ker­ker ge­holt, um das Paar zu ver­flu­chen.

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