Wir­kungs­lo­se Preis­brem­se

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE -

Ei­gent­lich soll­ten die Bun­des­re­gie­run­gund die sie tra­gen­den Par­tei­en ein In­ter­es­se dar­an ha­ben, dass ein von ih­nen be­schlos­se­nes Ge­setz funk­tio­niert. Ha­ben sie aber an­schei­nend nicht. Zur Er­in­ne­rung: Vor der letz­ten Wahl ha­ben al­le im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en ei­ne Miet­preis­brem­se ver­spro­chen. CDU/CSU und SPD ha­ben sie im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart und seit Ju­ni 2015 ist sie Ge­setz.

Ei­gent­lich soll die Mie­te beim Ab­schluss ei­nes neu­en Miet­ver­tra­ges höchs­tens noch zehn Pro­zent über der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te lie­gen. Aber das Ge­setz hat zahl­rei­che Aus­nah­men und die Woh­nungs­an­bie­ter hal­ten sich of­fen­sicht­lich nicht dar­an. Zwei vom Deut­schen Mie­ter­bund in Auf­trag ge­ge­be­ne Gut­ach­ten stel­len am Bei­spiel von vier Groß­städ­ten fest: Zwi­schen 66 und 95 Pro­zent al­ler Woh­nungs­an­ge­bo­te lie­gen über der Ober­gren­ze der Miet­preis­brem­se. Kei­ne Über­ra­schung, vor Ort weiß man das schon lan­ge und auch an­de­re Gut­ach­ter ha­ben be­reits Ähn­li­ches fest­ge­stellt. Und was macht die Bun­des­re­gie­rung?

Erst ein­mal gar nichts. Zu­min­dest kön­nen sie sich nicht auf ei­ne Nach­bes­se­rung ver­stän­di­gen, die das Ge­setz funk­ti­ons­tüch­tig ma­chen wür­de. Ide­en von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas wer­den durch sei­ne Uni­ons­kol­le­gen blo­ckiert. Sie soll­ten sich ein Bei­spiel an der Christ­lich De­mo­kra­ti­schen Ar­beit­neh­mer­schaft (CDA) in Bre­men neh­men. Sie for­dert, die Nicht­be­ach­tung des Ge­set­zes müs­se mit Sank­tio­nen ver­se­hen wer­den und Ver­mie­ter müss­ten Aus­nah­me­fäl­le, wie „Vor­mie­te“oder „Mo­der­ni­sie­rung“beim Ab­schluss des Miet­ver­tra­ges of­fen­le­gen. Der Mei­nung sind wir auch.

Franz-Ge­org Rips Der Au­tor ist Prä­si­dent des Deut­schen Mie­ter­bun­des.

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