Mit Be­son­nen­heit zu mehr Si­cher­heit

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON JAN DREBES

Ei­ne der zen­tra­len Auf­ga­ben ei­nes Staa­tes ist es, für die Si­cher­heit sei­ner Bür­ger zu sor­gen und die da­für ge­schaf­fe­nen Ge­set­ze an­zu­wen­den. Klar: Es wird nie­mals ab­so­lu­te Si­cher­heit ge­ben kön­nen. Aber wenn es zu ei­nem An­schlag wie vor ei­ner Wo­che in Ber­lin kommt, ist die Fra­ge der Öf­fent­lich­keit, ob der Staat al­les in sei­ner Macht ste­hen­de ge­tan hat, um das Schlimms­te zu ver­hin­dern, nicht nur be­rech­tigt, son­dern zwin­gend not­wen­dig. Nach bis­he­ri­gem Er­mitt­lungs­stand mag das auf die meis­ten Ver­ant­wort­li­chen bei den Si­cher­heits­be­hör­den zu­tref­fen. Pro­ble­me gab es den­noch, et­wa bei der Be­wer­tung der Ge­fähr­dung durch Anis Am­ri im Ter­ro­ris­mus­ab­wehr­zen­trum, das sich noch Ta­ge vor dem At­ten­tat mit ihm be­schäf­tig­te.

Wie ein Brenn­glas ver­grö­ßert der Fall aber auch die Lü­cken in der Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur un­ab­hän­gig von Ter­ror­be­dro­hung. Be­am­te an der Gren­ze müs­sen wis­sen, ob Straf­tä­ter ein­rei­sen wol­len und das Asyl­sys­tem miss­brau­chen. Und dass ein so gro­ßer Platz wie der Breit­scheid­platz in Ber­lin nicht von der Po­li­zei mit Ka­me­ras über­wacht wird, ist an­ge­sichts der heu­ti­gen Si­cher­heits­la­ge völ­lig un­ver­ständ­lich. Rich­tig aber bleibt: Be­son­nen­heit statt re­flex­haf­tem Ak­tio­nis­mus. Auch in Wahl­kampf­zei­ten. BE­RICHT

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