Die UN sind ge­schwächt

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GODEHARD UHLEMANN

Das war ein un­er­war­te­ter Pau­ken­schlag, den der schei­den­de US-Prä­si­dent Oba­ma der Welt zu Ge­hör brach­te. We­ni­ge Ta­ge vor dem Amts­wech­sel ent­hal­ten sich die USA bei der Ab­stim­mung im UN-Si­cher­heits­rat, der Is­ra­el auf­for­dert, den Sied­lungs­bau in den be­setz­ten Ge­bie­ten so­fort ein­zu­stel­len. Da­mit bre­chen die USA ei­ne lang ge­pfleg­te Tra­di­ti­on, als Schutz­macht Is­ra­els al­les zu ver­hin­dern, was dem klei­nen und übe­r­aus wich­ti­gen Nah­ost­land scha­den könn­te. Die Re­gie­rung Is­ra­els hat schon klar­ge­macht, dass sie die Re­so­lu­ti­on igno­rie­ren wer­de. Das wird die UN wei­ter schwä­chen, die Glaub­wür­dig­keit der Re­gie­rung in Je­ru­sa­lem aber nicht stär­ken.

Doch was hat Oba­ma zu sei­nem Schritt be­wo­gen? Er hat­te acht Jah­re Zeit, ei­ne für al­le Seiten glaub­wür­di­ge Po­li­tik zu for­mu­lie­ren. Er woll­te die Aus­söh­nung mit der is­la­mi­schen Welt, wie er sie schon kurz nach sei­ner Amts­über­nah­me forsch an­ge­kün­digt hat­te. We­nig hat sich seit­dem zum Bes­se­ren ver­än­dert. Zu­spit­zen wird sich die La­ge in Nah­ost, wenn sich zum Bei­spiel auch Iran oder Sy­ri­en kei­nem Dik­tum der UN beu­gen wer­den mit Hin­weis auf Is­ra­el. BE­RICHT

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