Dul­dung

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS -

Krank­heit oder feh­len­de Do­ku­men­te kön­nen die Ab­schie­bung ei­nes ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­bers ver­hin­dern. Der Be­trof­fe­ne wird dann in Deutsch­land ge­dul­det. Das heißt, er bleibt ver­pflich­tet, aus­zu­rei­sen. Sein Auf­ent­halt in Deutsch­land ist aber nicht straf­bar. Dul­den ist ab­ge­lei­tet von Ge­duld, der Fä­hig­keit zu war­ten. Wer dul­det, lässt et­was fort­be­ste­hen, ob­wohl es den Re­geln zu­wi­der­läuft, und war­tet, bis sich ei­ne Lö­sung er­gibt. In­so­fern ist die Hoff­nung die Schwes­ter der Ge­duld. Die Fä­hig­keit, et­was zu dul­den, drückt Groß­zü­gig­keit aus. Zugleich liegt in der Dul­dung et­was Vor­über­ge­hen­des. „Es gibt kei­ne La­ge, die man nicht ver­edeln könn­te durch Leis­ten oder Dul­den“, sagt Goe­the. Bei Sha­ke­speare aber heißt es: „Leicht wird ein klei­nes Feu­er aus­ge­tre­ten, das, erst ge­dul­det, Flüs­se nicht mehr lö­schen.“bew

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.