Kri­tik ja, Selbst­kri­tik nein

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT -

Fuß­ball­leh­rer me­ckern ger­ne. Das ge­hört eben zum Be­rufs­bild. Beim Su­chen nach Er­klä­run­gen für Fehl­leis­tun­gen ist das Zei­gen auf an­de­re eben die ein­fachs­te Lö­sung. Neu ist da­bei das Feind­bild Num­mer eins. Das Fa­den­kreuz der Kri­tik wird im­mer we­ni­ger auf Spie­ler, Schieds­rich­ter oder Be­rufs­ge­nos­sen ge­rich­tet. Viel­mehr geht es nun um den Fuß­ball im All­ge­mei­nen. Te­nor: Der Zir­kus wird uns ein biss­chen zu groß, wie sol­len wir da in Ru­he ar­bei­ten? Den neu­es­ten Me­cker-Vor­stoß wag­te der Bun­des­trai­ner höchst­selbst – in Rich­tung Fuß­ball-Welt­ver­band. Ei­ne Auf­sto­ckung der Teams bei WM oder Klub-WM fin­det Joa­chim Löw so gar nicht gut. „Ver­knap­pung“wünscht sich der Na­tio­nal­coach. Das passt gut. Denn das wün­schen sich die Ver­eins­trai­ner auch – al­ler­dings vom Bun­des­trai­ner. Die Viel­zahl der DFB-Test­kicks sind ih­nen ein Dorn im Au­ge. Und bei der Viel­zahl von Kicks sind wir auch schon bei den Ama­teur­trai­nern an­ge­langt. De­nen ge­fällt die neue Ter­mi­nie­rung der Bun­des­li­ga­spie­le auf den für Ama­teu­re hei­li­gen Sonn­tag­mit­tag nicht. Dar­auf wol­len die gut be­zahl­ten Pro­fi­trai­ner aber gar nicht erst ein­ge­hen. Das sei eben so. Selbst­kri­tik? Och nö, lie­ber nicht. Wenn der Ru­bel rollt, ver­die­nen schließ­lich auch die Trai­ner flei­ßig mit. Über un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Ge­halts­schecks hat – oh Wun­der – noch kei­ner ge­me­ckert. Da­für nut­zen Tho­mas Tu­chel und Ro­ger Schmidt lie­ber den prop­pe­vol­len Ter­min­ka­len­der als Aus­re­de für schlech­te Leis­tun­gen. Man ha­be ja kei­ne Zeit zu trai­nie­ren, wenn man in in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben ver­tre­ten sei. Dass in Dort­mund und Leverkusen auch ger­ne mal un­ter der Wo­che ge­spielt wird, hät­ten die Trai­ner aber auch wirk­lich nicht vor Amts­an­tritt in Er­fah­rung brin­gen kön­nen.

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