Von der Pan­ame­ri­ca­na zum Klas­sen­tref­fen

Rheinische Post Moenchengladbach - - MÖNCHENGLADBACH -

Ex­akt 45 Jah­re nach dem Abitur am Ma­the­ma­tisch-Na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Gym­na­si­um ha­ben sich ehe­ma­li­ge Schü­ler der OIc des Abitur­jahr­gangs 1971 wie­der­ge­se­hen. Beim Tref­fen in der Lüt­tel­fors­ter Müh­le wur­de viel er­zählt. 1963 hat­ten die Ehe­ma­li­gen mit 44 Schü­lern als Sex­ta C an­ge­fan­gen. Sie wa­ren der letz­te Jahr­gang, der noch ei­ne Auf­nah­me­prü­fung zum Gym­na­si­um ma­chen muss­te. Im denk­wür­di­gen Jahr 1968 wur­den fünf Schü­ler aus der Klas­se der Schu­le ver­wie­sen. Das war in der Ober­se­kun­da, OIIc. „Ein ein­ma­li­ger Vor­gang und aus un­se­rer Sicht ei­ne völ­lig über­zo­ge­ne Stra­fe“, fin­det Dr. Franz Tho­ren, der sich noch ge­nau er­in­nert: „Ei­ni­ge Schü­ler der Klas­se hat­ten wäh­rend des Kunst­un­ter­richts drau­ßen im Ge­län­de vor der Schu­le nicht nur ge­malt, son­dern sich auch Al­ko­hol be­sorgt, die­sen ge­trun­ken und in der Fol­ge an­geb­lich Pas­san­ten an­ge­pö­belt. Dum­mer­wei­se war auch die Frau des Schul­di­rek­tors da­bei.“Von den er­wähn­ten 44 Sexta­nern wa­ren im Abitur­jahr 1971 noch ge­nau elf im Klas­sen­ver­band da­bei, al­so le­dig­lich 25 Pro­zent. Al­le elf wa­ren beim Ter­min in der Lüt­tel­fors­ter Müh­le an­we­send. Ins­ge­samt sind 13 der noch le­ben­den 17 Abitu­ri­en­ten der OIc von 1971 zum Tref­fen ge­kom­men. Zwei Klas­sen­ka­me­ra­den,

und Claus Don­dorf, sind be­reits ver­stor­ben. Or­ga­ni­siert wur­de das Tref­fen, das al­le fünf Jah­re statt­fin­det, wie im­mer von Franz Tho­ren. Der war erst Mit­te Ok­to­ber von ei­ner zwei­jäh­ri­gen Cam­per-Rei­se auf der Pan­ame­ri­ca­na – von Feu­er­land nach Alas­ka – nach Deutsch­land zu­rück­ge­kehrt. Die wei­tes­te An­rei­se zum Klas­sen­tref­fen an die­sem Tag hat­te Ge­org Fon­gern, Luft­han­sa-Pi­lot im Ru­he­stand und lang­jäh­ri­ger Spre­cher der Pi­lo­ten­ver­ei­ni­gung Cock­pit. Er kam mit dem Flug­zeug aus Mün­chen und wur­de am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen vom Klas­sen­ka­me­ra­den Her­bert Wey­er­b­rock ab­ge­holt. Die bei­den ka­men erst mit ei­ni­ger Ver­spä­tung in der Lüt­tel­fors­ter Müh­le an, und die Er­klä­rung da­für sorg­te für ei­ni­ges Ge­läch­ter. Denn es war kei­nes­wegs ein ver­spä­te­ter Flug die Ur­sa­che. Viel­mehr konn­te Her­bert Wey­er­b­rock sein beim Flug­ha­fen ge­park­tes Au­to nicht mehr fin­den. Ei­ne Drei­vier­tel­stun­de such­ten die bei­den die Park­häu­ser am Flug­ha­fen ab, bis sie end­lich fün­dig wur­den. Wer­ner Buch muss­te das Tref­fen schon re­la­tiv früh ver­las­sen. Be- grün­dung: Er müs­se zum Ge­burts­tag sei­ner Zwil­lings­schwes­ter. Es dau­er­te ein paar Mi­nu­ten, bis der Gro­schen bei den Klas­sen­ka­me­ra­den fiel. „Wenn dei­ne Zwil­lings­schwes­ter heu­te Ge­burts­tag hat, dann hast du doch auch Ge­burts­tag, oder?“Und so war es. Es folg­te ei­ne Gra­tu­la­ti­ons­or­gie, bei der Wer­ner für das neue Le­bens­jahr al­les Gu­te ge­wünscht wird. Er wur­de 66 – und „ da fängt das Le­ben an“, wie es im be­rühm­ten Schla­ger heißt. gap

FO­TO: FT

Klas­sen­tref­fen in der Lüt­tel­fors­ter Müh­le

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