Aus­zeich­nung für Hand­werks­kunst und nach­hal­ti­ge Über­zeu­gung

Ca­fé Ö, die Bio-Bä­cke­rei von Hans Oeh­men, schafft es zum drit­ten Mal in Fol­ge in den Ge­nie­ßer-Füh­rer des Fein­schme­cker-Ma­ga­zins.

Rheinische Post Moenchengladbach - - MÖNCHENGLADBACH - VON AN­GE­LA RIETDORF

Es ist ei­ne Aus­zeich­nung, auf die man stolz sein kann: In re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den tes­tet das Magazin „Der Fein­schme­cker“die Bä­cker zwi­schen Ost­see und Al­pen und stellt die 500 bes­ten Bä­cke­rei­en in ei­nem ei­ge­nen Ge­nie­ßer-Füh­rer zu­sam­men. Zum drit­ten Mal in Fol­ge schafft es der Mönchengladbacher Bio-Bä­cker Hans Oeh­men in die­se il­lus­tre Aus­wahl.

„Das ist ei­ne ech­te Aus­zeich­nung“, sagt Oeh­men, der seit 22 Jah­ren die ein­zi­ge Bio-Bä­cke­rei in Mön­chen­glad­bach be­treibt. Um in die Aus­wahl auf­ge­nom­men zu wer­den, müs­sen die Kun­den die Bä­cke­rei vor­schla­gen. Dann schi­cken die Vor­ge­schla­ge­nen zwei Pro­duk­te ei­ge­ner Wahl ein, die die Redaktion tes­tet. Hans Oeh­men hat sich für Rog­gen- und Ka­mut­brot ent­schie­den. „Es gibt nicht so vie­le Bä­cker, die hun­dert­pro­zen­ti­ges Rog­gen­brot ba­cken“, er­klärt er. Oeh­men be­zieht sei­nen Rog­gen aus der Re­gi­on vom Bi­o­bau­ern Kam­phau­sen und mahlt ihn selbst. „Der Rog­gen ist je­des Jahr an­ders, je nach­dem, wie das Wetter war“, sagt er. Des­halb muss der Bä­cker Ge­fühl für die Roh­stof­fe ha­ben und das Re­zept ent­spre­chend an­pas­sen. Das zwei­te Brot, das er ein­ge­schickt hat, wird aus Ka­mut ge­ba­cken, ei­nem Ur­ge­trei­de, das nur in Ka­li­for­ni­en an­ge­baut wird. „Es ist schwer zu ver­ar­bei­ten, weil das Korn sehr hart ist“, sagt der Bio-Bä­cker. Aber es ist nicht nur bei All­er­gi­kern, son­dern auch bei Kin­dern sehr be­liebt, weil der Teig gelb­lich ist und der Brot­laib ir­gend­wie ge­nau­so aus­sieht, wie man sich Brot vor­stellt.

Die letz­te Hür­de, die ein Bä­cker neh­men muss, um in die Fein­schme­cker­aus­wahl zu kom­men, ist der ver­deck­te Test­kauf. Da­bei über­prü­fen die Tes­ter nicht nur die Qua­li­tät von Brot und Bröt­chen, sie ha­ben auch ein Au­ge auf die At­mo­sphä­re im La­den und die freund­li­che und fach­kun­di­ge Be­die­nung. Ist al­les das zur Zuf­rie­den­heit der Prü­fer, dann schafft es die Bä­cke­rei un­ter die 500 bes­ten Adres­sen für Brot und Bröt­chen in Deutsch­land. So wie Oeh­men mit sei­nem Ca­fé Ö. „Wir ha­ben von An­fang an nicht den Ge­sund­heits­as­pekt in den Mit­tel­punkt ge­rückt, son­dern woll­ten im­mer über den Ge­schmack über­zeu­gen“, sagt der Bä­cker.

Wich­tig ist Oeh­men auch die sai­so­na­le Aus­rich­tung – die Pro­duk­te wech­seln mit den Jah­res­zei­ten. Im Au­gen­blick hat er ein Ad­vents­brot im An­ge­bot, mit Leb­ku­chen­ge­würz und Man­deln. Na­tür­lich gibt es auch Spe­ku­la­ti­us, Zimt­ster­ne und Stol­len aus der ei­ge­nen Back­stu­be. Zu Neu­jahr wird die Neu­jahrs­bre­zel aus sü­ßem He­fe­teig mit Man­deln oder Ro­si­nen ge­ba­cken. Und nur zwi­schen Weih­nach­ten und Kar­ne­val stellt er Fett­ge­bäck wie Krap­fen her. „Je­de Jah­res­zeit hat schließ­lich ih­ren ei­ge­nen Ge­schmack“, meint er.

Nur ei­ne ein­zi­ge wei­te­re Bä­cke­rei in Glad­bach hat es in die Fein­schme­cker-Aus­wahl ge­schafft: die Kel­zen­ber­ger Bä­cke­rei in der Hanns-Mar­tin-Schley­er-Stra­ße in Güd­derath, die die Tes­ter be­son­ders für das Voll­korn­brot lo­ben.

RP-FO­TO: KNAP­PE

Hans Oeh­men über­zeugt mit Rog­gen­und Ka­mut­brot.

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