All­er­gie ge­gen Zimt

Gera­de zur Weih­nachts­zeit sind im Es­sen und in der Luft et­wa durch Duft­stof­fe vie­le All­er­ge­ne un­ter­wegs. Ein spe­zi­el­ler Test gibt Si­cher­heit.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

Un­ser Le­ser Mar­cus B. (36) aus Nie­der­krüch­ten fragt: „Um für weih­nacht­li­che Stim­mung zu sor­gen, ha­ben wir zwei Aro­ma­l­am­pen ge­kauft. Mei­ne Frau liebt be­son­ders „Win­ter­wald“und „Schnee­ge­stö­ber“, ich hal­te es mit „Zim­t­rin­de“. So­bald sich der Duft aus­brei­tet, be­kom­me ich Nie­sat­ta­cken, und mir wird übel. Was kann die Ur­sa­che sein?“ Gi­se­la Hub­bes Sie zei­gen ei­ne all­er­gi­sche Re­ak­ti­on auf das, was Sie sich ins Aro­ma­l­ämp­chen träu­feln. Ei­ne Stu­die er­gab, dass es min­des­tens ei­ne hal­be Mil­li­on Duft­stoff-All­er­gi­ker in Deutsch­land gibt. Die Eu­ro­päi­sche Uni­on hat 26 Duft­stof­fe als be­son­ders häu­fig All­er­gie aus­lö­send ein­ge­stuft.

Zu den stärks­ten All­er­ge­nen der Weih­nachts­düf­te ge­hö­ren Zim­tal­de­hyd, Ei­chen­moos, Eu­ge­nol, Iso­eu­ge­nol, Gera­ni­ol, so­wie die Ter­pe­ne Ci­tral und Li­mo­nen. Wer­den sie, ver­dünnt mit Was­ser, in Aro­ma­l­am­pen ver­dampft, ent­steht kurz­fris­tig ei­ne sehr ho­he Kon­zen­tra­ti­on, wel­che die Richt­wer­te für Wohn­räu­me um ein Viel­fa­ches über­schrei­tet.

Die­se Be­stand­tei­le sind häu­fig auch Ur­sa­che für Kon­taktall­er­gi­en. Un­ver­dünnt dür­fen Aro­ma­ö­le nicht auf die Haut ge­bracht wer­den. Bei Be­rüh­rung mit die­sen Stof­fen be­ginnt die Haut zu ju­cken und rö­tet sich. Ek­ze­me im Ge­sicht wer­den sehr häu­fig durch Duft­stof­fe, spe­zi­ell durch Zim­tal­de­hyd, ver­ur­sacht. Be­son­de­re Vor­sicht ist bei Kin­dern ge­bo­ten, die schnell zu den klei­nen Fläsch­chen grei­fen, in der An­nah­me, es han­de­le sich um Par­füm.

Be­kannt sind auch all­er­gi­sche Re­ak­tio­nen, die beim Ge­nuss weih­nacht­li­cher Le­cker­bis­sen auf­tre­ten. Zimt­ster­ne, Nou­gat­plätz­chen, Nuss- und Leb­ku­chen, Mar­zi­pan, Punsch und Glüh­wein sind mit ih­ren Ge­wür­zen häu­fi­ge Ge­fah­ren­quel­len für Be­trof­fe­ne. Atem­not, En­ge­ge­fühl im Hals, Krib­beln an Hän­den und Füs­sen, Übel­keit und Kol­laps ma­chen un­ter Um­stän­den ei­ne so­for­ti­ge Ver­sor­gung durch den Not­arzt er­for­der­lich.

Wenn täg­lich gro­ße Men­gen zimt­hal­ti­ger Le­bens­mit­tel ver­zehrt wer­den, wird der Höchst-

Wird ein Stoff ge­fun­den, wird er in ei­nen All­er­gie­pass ein­ge­tra­gen, den man mit sich trägt

wert von 50 Mil­li­gramm pro Ki­lo­gramm Le­bens­mit­tel schnell er­reicht. Beim Er­wach­se­nen ent­spricht dies et­wa ei­ner Men­ge von 24 klei­nen Zimt­ster­nen.

Zur Ab­klä­rung soll­te beim Haut­arzt ein Epi­ku­tan-Test durch­ge­führt wer­den. Auf dem Rü­cken des Pa­ti­en­ten wer­den meh­re­re klei­ne Pflas­ter ge­klebt, wel­che die ver­mu­te­ten All­er­ge­ne ent­hal­ten. Nach 48 St­un­den wer­den die Pflas­ter ab­ge­nom­men und die Hau­t­re­ak­ti­on be­ur­teilt, nach wei­te­ren 24 St­un­den noch ein­mal. Wird ein Stoff ge­fun­den, auf den man mit ei­ner lo­ka­len Rö­tung und Schwel­lung re­agiert hat, wird er in ei­nen All­er­gie­pass ein­ge­tra­gen. Die­ser soll­te wie ein Per­so­nal­aus­weis stets mit­ge­führt wer­den.

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