CSU prescht mit An­ti­ter­ror-Plan vor

Auch die SPD will Ab­schie­be­haft für „Ge­fähr­der“aus dem Aus­land ver­län­gern.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

DÜS­SEL­DORF/BER­LIN (hüw/mar) CSU und SPD wol­len die Be­völ­ke­rung mit schär­fe­ren Si­cher­heits­ge­set­zen ge­gen so­ge­nann­te Ge­fähr­der bes­ser vor Ter­ror­an­schlä­gen schüt­zen. Die CSU for­dert un­ter an­de­rem, für po­ten­zi­el­le At­ten­tä­ter ei­nen neu­en Haft­grund zu schaf­fen. Zu­dem sol­le die Ab­schie­be­haft für Ge­fähr­der ver­län­gert und die Vi­deo­über­wa­chung aus­ge­wei­tet wer­den. Die SPD zeig­te sich un­er­war­tet of­fen für ei­ne län­ge­re Ab­schie­be­haft.

In der De­bat­te über Kon­se­quen­zen aus dem Ber­li­ner Ter­ror­an­schlag, bei dem am 19. De­zem­ber zwölf Men­schen star­ben, ist die CSU wei­ter als die CDU. Die CSU­Lan­des­grup­pe will ihr Kon­zept bei der Klau­sur im Klos­ter See­on be­reits kom­men­de Wo­che be­schlie­ßen.

„Wir dür­fen Ge­fähr­dern kei­ne Chan­ce zum Un­ter­tau­chen las­sen“, sag­te auch SPD-Vi­ze Ralf Steg­ner der „Welt“. Ein Ge­fähr­der, des­sen Asyl­an­trag rechts­kräf­tig ab­ge­lehnt wor­den sei, müs­se in Ab­schie­be­haft Cem Öz­de­mir Vor­sit­zen­der Bünd­nis 90/Die Grü­nen blei­ben. Hier sei­en die fak­ti­schen und recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­ge­be­nen­falls zü­gig zu än­dern.

NRW wer­de sich an al­len Dis­kus­sio­nen be­tei­li­gen, um Kon­se­quen­zen aus dem An­schlag zu zie­hen, sag­te ein Spre­cher des SPD-ge­führ- ten NRW-In­nen­mi­nis­te­ri­ums. Vor al­lem müs­se ge­prüft wer­den, ob und wie man aus­rei­se­pflich­ti­ge Ge­fähr­der eher und län­ger in Ab­schie­be­haft neh­men kön­ne. Bis­lang sei die Dau­er auf drei Mo­na­te be­grenzt, so­fern die Ab­schie­bung durch­setz­bar sei. Bei Ge­fähr­dern oh­ne Pa­pie­re daue­re das Asyl­ver­fah­ren aber oft mehr als ein Jahr.

„Wenn es bei der Ab­schie­bung von Kri­mi­nel­len De­fi­zi­te in der Um­set­zung von be­ste­hen­den Ge­set­zen oder Ge­set­zes­lü­cken gibt, dann muss man das prü­fen“, sag­te auch Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir. Er schränk­te ein, dass dies aber zu­nächst „auf Grund­la­ge un­se­res Rechts­staa­tes“ge­sche­hen müs­se. Leitartikel Stim­me des Wes­tens

„Wenn es bei Ab­schie­bun­gen De­fi­zi­te gibt, muss man das prü­fen“

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