Trans­pa­rent spon­sern

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON DET­LEV HÜWEL

Na­tür­lich darf ei­ne Lan­des­re­gie­rung auch mal ei­ne Fei­er ver­an­stal­ten. Das kann sie um­so un­be­schwer­ter tun, je we­ni­ger da­für Steu­er­gel­der be­nö­tigt wer­den. NRW lädt all­jähr­lich in sei­ne Ber­li­ner Lan­des­ver­tre­tung zum Som­mer­fest ein. Wie aus den neu­es­ten Zah­len her­vor­geht, sind da­für im ver­gan­ge­nen Jahr rund 300.000 Eu­ro von Un­ter­neh­men ge­spen­det wor­den. Spon­so­ren und Sum­men hat das In­nen­mi­nis­te­ri­um in ei­ner Lis­te ver­zeich­net, die für je­der­mann ein­seh­bar ist.

Die­se Trans­pa­renz ist vor­bild­lich. Al­les an­de­re schafft nur Miss­trau­en und nährt den Ver­dacht, dass man sich po­li­ti­sche Leis­tun­gen er­kau­fen kann. Das war sei­ner­zeit ja auch der dreis­te Vor­wurf der SPD ge­gen den da­ma­li­gen CDU-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Jür­gen Rütt­gers („Rent a Rütt­gers“). In­zwi­schen hat sich der Spieß um­ge­dreht: Jetzt ste­hen die Ge­nos­sen im Ver­dacht, bei ih­nen sei po­li­ti­sche Teil­ha­be ge­gen Geld zu ha­ben („Rent a So­zi“). Dar­aus soll­te die SPD die Leh­re zie­hen, nicht mit dem Fin­ger auf an­de­re zu zei­gen, be­vor sie ganz si­cher sein kann, dass die üb­ri­gen Fin­ger nicht auf sie selbst ge­rich­tet sind. BE­RICHT

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