Neu­er Eu­ro-Re­gel­bruch

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Re­geln, die Eu­ro­pa sich gibt, sind das Pa­pier nicht wert, auf dem sie ge­schrie­ben ste­hen. Und wer als Bank­ma­na­ger zo­cken oder als Staats-Chef pras­sen will, kann das wei­ter tun. Am En­de gibt es wehr­lo­se Steu­er­zah­ler, die die Ze­che zah­len. Das ist die Leh­re aus dem di­cken Buch zur Eu­ro-Kri­se, des­sen jüngs­tes Ka­pi­tel von der Kri­se der ita­lie­ni­schen Ban­ken han­delt: Seit Jah­ren häu­fen sie fau­le Kre­di­te auf, was be­deu­tet, dass Bank­ma­na­ger zu leicht­fer­tig mit an­ver­trau­ten Gel­dern um­ge­gan­gen sind. Seit Jah­ren un­ter­lässt es der Staat, die In­sti­tu­te zur Sa­nie­rung zu zwin­gen. Nun ist das Pro­blem 28 Mil­li­ar­den groß.

Jetzt schickt Ita­li­en sich an, et­was zu tun. Doch um die 40.000 Klein­an­le­ger zu schüt­zen, die Ei­gen­tü­mer der Bank Mon­te dei Pa­schi sind, bricht die Re­gie­rung die Re­geln, die Eu­ro­pa sich ge­ra­de zur Ret­tung der Ban­ken ge­ge­ben hat. Kon­se­quen­zen ha­ben we­der Bank­ma­na­ger noch Po­li­tik zu fürch­ten. Deutsch­land und Frank­reich ha­ben es 2002 mit dem Bruch des Maas­tricht-Pakts vor­ge­macht: Re­gel­bruch bleibt in Eu­ro­pa un­ge­ahn­det. So kommt Eu­ro­pa nicht vor­an. BE­RICHT

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