Vier Grün­der zie­hen Bi­lanz

2016 gab es vie­le schlech­te Nach­rich­ten, doch in der Di­gi­tal-Sze­ne in NRW tat sich ei­ni­ges.

Rheinische Post Moenchengladbach - - DIGITALE WIRTSCHAFT - VON FLO­RI­AN RINKE

DÜS­SEL­DORF Ein Jahr ist ei­ne lan­ge Zeit – spe­zi­ell für Grün­der, die sich im per­ma­nen­ten Wett­lauf ge­gen die Zeit be­fin­den: Das Bud­get ist oft knapp, das Pro­dukt muss auf den Markt kom­men und die Kon­kur­renz schläft nicht. Vier Grün­der zie­hen ih­re ganz per­sön­li­che Bi­lanz. Die Ge­schich­te Xy­lit sieht aus wie Zu­cker, schmeckt wie Zu­cker – schützt aber ge­gen Ka­ries. Jah­re­lang hat Ran­dall Pitts ver­sucht, die von ihm ent­wi­ckel­ten Pas­til­len aus dem Zu­cker­er­satz be­kannt zu ma­chen. Ir­gend­wann war klar: So geht es nicht wei­ter. Ge­mein­sam mit Ge­schäfts­part­ner Phi­lip Kirch­hof wag­te er ei­nen letz­ten Ver­such bei der Fern­seh­sen­dung „Die Höh­le der Lö­wen“(Vox) – und hat­te Er­folg. 2016 war für uns ... der Durch­bruch. Wir ha­ben to­tal un­ter­schätzt, ... wel­cher Schub sich aus der Sen­dung „Die Höh­le der Lö­wen“und dem Te­le­shop­ping er­gibt. Un­ser größ­ter Er­folg ist, dass ... wir uns ab dem 1. Ja­nu­ar 2017 bei­de haupt­be­ruf­lich um un­ser Un­ter­neh­men küm­mern kön­nen. Ge­lernt ha­ben wir ... uns mehr Zeit bei wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu las­sen. Ran­dall Pitts ist Grün­der von Pen­taSen­se aus Wür­se­len. Die Ge­schich­te Die Grün­der Patric Faß­ben­der und Mar­cus Stahl ha­ben ein di­gi­ta­les Ab­spiel­ge­rät für das Kin­der­zim­mer er­fun­den: die To­nieBox – ei­nen Laut­spre­cher, auf den man Hör­spiel-Fi­gu­ren stel­len kann. Wir tra­fen die Grün­der im Ja­nu­ar, kurz be­vor sie die Box auf der In­ter­na­tio­na­len Spiel­wa­ren­mes­se in Nürn­berg vor­stell­ten. In­zwi­schen gibt es die To­nies auch zu kau­fen. Das Jahr 2016 war für uns … ein be­son­de­res Jahr. Nach drei Jah­ren Ent­wick­lungs­ar­beit ha­ben wir die To­nies auf den Markt ge­bracht – und das er­folg­reich. Wir sind in vie­len Ge­schäf­ten aus­ver­kauft. Un­term Strich ein sen­sa­tio­nel­ler Start, auf den wir ein klein we­nig stolz sind. Wir ha­ben to­tal un­ter­schätzt, … „to­tal“un­ter­schätzt wür­de ich nicht sa­gen, es wa­ren eher The­men, die nicht im di­rek­tem Zu­sam­men­hang mit dem Pro­dukt stan­den – et­wa die Auf­trags­ver­ar­bei­tung oder die initia­le Be­lie­fe­rung des Han­dels –, die uns ganz schön schwit­zen lie­ßen. Un­ser größ­ter Er­folg ist, dass … wir es ge­schafft ha­ben, ein Pro­dukt er­folg­reich auf den Markt zu brin­gen und ein Team auf­zu­bau­en, das für die­ses Pro­dukt „brennt“. Ge­lernt ha­be ich …, dass man al­le Pro­ble­me und Her­aus­for­de­run­gen stem­men kann. Patric Faß­ben­der ist Grün­der der Bo­xi­ne Gm­bH aus Düs­sel­dorf. Die Ge­schich­te Wäh­rend des Stu­di­ums hat der Düs­sel­dor­fer Bil­al Za­far bei Google ge­ar­bei­tet und er­lebt, wie dort Be­wer­bungs­pro­zes­se ab­lau­fen. Als er an­schlie­ßend sah, wie vie­le Freun­de nach dem Stu­di­um Dut­zen­de Be­wer­bun­gen schrie­ben, dach­te er sich: Das muss ein­fa­cher ge­hen. Al­so grün­de­te er mit sei­nem Bru­der das Start-up Rich­tig­gut­be­wer­ben, bei dem man Be­wer­bun­gen schrei­ben las­sen kann. 2016 war für uns ... ein per­fek­tes Jahr. Wir konn­ten un­se­re Be­kannt­heit wei­ter stei­gern. Auch die Um­satz-Zah­len ha­ben wir gut vor­an­ge­trie­ben. Ein Ge­samt­wachs­tum von mehr als 2000 Pro­zent seit der Grün­dung 2014 kann sich se­hen las­sen. Wir ha­ben to­tal un­ter­schätzt: Die ei­ge­ne Buch­hal­tung im Griff zu ha­ben ist gar nicht so schwer, aber man muss sich dar­um küm­mern. Den Auf­wand soll­te man nicht un­ter­schät­zen. Un­ser größ­ter Er­folg ist, dass . . . wir un­se­re kom­plet­ten Pro­zes­se wei­ter di­gi­ta­li­siert ha­ben und bei ei­nem Wett­be­werb der Di­gi­ta­len Wirt­schaft NRW als ei­nes der bes­ten Start-ups in NRW aus­ge­zeich­net wur­den. Ge­lernt ha­be ich … Egal wie groß ein Un­ter­neh­men ist, al­le ko­chen nur mit Was­ser. Bil­al Za­far ist Grün­der von Rich­tig­gut­be­wer­ben.de aus Düs­sel­dorf. Die Ge­schich­te: Im Stahl­han­del lau­fen vie­le Pro­zes­se noch alt­mo­disch ab – häu­fig wer­den Be­stel­lun­gen zum Bei­spiel noch per Fax oder Te­le­fon ab­ge­wi­ckelt. Das Düs­sel­dor­fer-Start-up Ma­pu­do hat ei­nen On­li­ne-Markt­platz für Stahl ge­schaf­fen, auf dem Ver­käu­fer Wa­ren an­bie­ten und Kun­den Prei­se ver­glei­chen kön­nen. Künf­tig muss sich Ma­pu­do ge­gen gro­ße Kon­kur­ren­ten wie Klöck­ner & Co. oder Thys­senk­rupp be­haup­ten. 2016 war für uns … ein vol­ler Er­folg! Wir ha­ben un­se­ren Markt­platz on­li­ne ge­bracht, vie­le Kun­den ge­won­nen und ei­ne wei­te­re Fi­nan­zie­rungs­run­de er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Wir ha­ben to­tal un­ter­schätzt, … dass die Pro­zes­se der Kun­den­ge­win­nung sehr langwierig sind. Wir ha­ben zwar durch­aus mit ei­ner lan­gen Vor­lauf­zeit ge­rech­net, die Her­aus­for­de­rung war je­doch teil­wei­se grö­ßer als er­war­tet. Un­ser größ­ter Er­folg ist, dass … wir bis­her aus­schließ­lich off­line ver­trei­ben­de Stahl­händ­ler erst­mals on­li­ne ge­bracht und ih­nen da­mit neue Ver­triebs­we­ge er­öff­net ha­ben. Ge­lernt ha­be ich …, dass al­les im­mer län­ger dau­ert als ge­dacht, sich je­doch Ge­duld und Pro­fes­sio­na­li­tät im B2B-Ge­schäft schließ­lich be­zahlt ma­chen. Mar­tin Ball­weg ist Grün­der von Ma­pu­do aus Düs­sel­dorf.

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„To­nies“ha­ben Mar­cus Stahl (links) und Patric Faß­ben­der die Hör­spiel-Fi­gu­ren ge­tauft, die sich mit den neu ent­wi­ckel­ten Laut­spre­chern ver­bin­den las­sen.

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