Zu­cker­steu­er bringt nicht mehr Ge­sund­heit

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MARTIN KESSLER

Die AOK Rhein­land/Ham­burg hat ei­ne ver­dienst­vol­le Stu­die vor­ge­legt. Sie zeigt, dass die Volks­krank­heit Dia­be­tes be­droh­lich zu­ge­nom­men hat. Die Ge­sund­heits­po­li­tik ist ge­for­dert, auf die neu­en Zah­len, wo­nach je­der neun­te Ver­si­cher­te Zu­cker hat, zu re­agie­ren.

AOK-Chef Wäl­ter­mann selbst macht ei­ne gan­ze Rei­he sinn­vol­ler Vor­schlä­ge – mehr Trans­pa­renz auf den Eti­ket­ten der Le­bens­mit­tel, ge­sun­de Er­näh­rung in Ki­tas und Schu­len, weg von der XXL-Kul­tur und vor al­lem viel Be­we­gung. Man könn­te noch hin­zu­fü­gen, dass die Haus­ärz­te, die über gro­ße Au­to­ri­tät bei ih­ren Pa­ti­en­ten ver­fü­gen, be­son­ders die Men­schen im Au­ge be­hal­ten sol­len, die we­gen ih­rer Le­bens­wei­se an­fäl­lig für Dia­be­tes sind.

Ei­ne staat­li­che Zu­cker­steu­er, wie sie der Kas­sen­chef ins Spiel bringt, passt da nicht hin­ein. Sie wür­de dem Staat le­dig­lich Ein­nah­men ver­schaf­fen, aber Kon­su­men­ten kaum zu ei­ner Än­de­rung ih­res Ver­hal­tens ver­an­las­sen. Wer raucht oder trinkt, lässt sich auch nicht durch Ta­bak- oder Al­ko­hol­steu­ern um­stim­men. Die rich­ti­ge Ge­sund­heits­vor­sor­ge ist ei­ne Sa­che der Bil­dung. Nicht um­sonst sind bil­dungs­fer­ne Schich­ten eher von Dia­be­tes be­trof­fen. Hier muss man des­halb zu­erst an­set­zen. BE­RICHT

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