Uto­pie Grund­ein­kom­men

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON ANTJE HÖNING

Die Idee hin­ter dem fin­ni­schen Ex­pe­ri­ment ist be­ste­chend und hat Tra­di­ti­on, schon der kon­ser­va­ti­ve US-Öko­nom Mil­ton Fried­man ver­focht sie. Der fin­ni­sche Staat zahlt Ar­beits­lo­sen ein Grund­ein­kom­men von 560 Eu­ro, das an kei­ne Be­din­gung und kein For­mu­lar ge­knüpft ist. Ver­nünf­tig dar­an ist die Bün­de­lung Hun­der­ter staat­li­cher Leis­tun­gen. Zu­dem setz­ten die fin­ni­schen Äm­ter dar­auf, dass Men­schen mit ei­nem Grund­ein­kom­men im Rü­cken eher ei­ne er­gän­zen­de Ar­beit auf­neh­men.

Wenn sie sich da mal nicht täu­schen. Der An­reiz kann auch ganz an­ders wir­ken, näm­lich die Be­reit­schaft zur Auf­nah­me von Ar­beit und Aus­bil­dung sen­ken. Wer ist noch be­reit, die Mü­hen ei­ner lan­gen Aus­bil­dung auf­zu­neh­men, wenn er das Nö­tigs­te auch so si­cher hat? Vor al­lem schei­tert das Grund­ein­kom­men an der Fi­nan­zie­rung. Um es im gro­ßen Stil ein­zu­füh­ren, sind ge­wal­ti­ge Steu­er­er­hö­hun­gen nö­tig. Die Schwei­zer, die im Som­mer über ein ähn­li­ches Ex­pe­ri­ment ab­stimm­ten, hät­ten die Mehr­wert­steu­er auf 50 Pro­zent an­he­ben müs­sen. Das Grund­ein­kom­men ist ei­ne schö­ne Uto­pie, aber eben ei­ne Uto­pie. BE­RICHT

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