Frei­be­trä­ge und Zin­sen – Fi­nanz­tipps für 2017

Der 1. Ja­nu­ar ist Jahr um Jahr auch un­ter fi­nan­zi­el­len Aspek­ten ein wich­ti­ger Stich­tag: An die­sem Da­tum tre­ten re­gel­mä­ßig wich­ti­ge Än­de­run­gen in Kraft.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON FALK ZIELKE

Dies­mal müs­sen sich Ver­brau­cher zum Bei­spiel auf sin­ken­de Ga­ran­tie­zin­sen ein­stel­len, wenn sie nach dem 1. Ja­nu­ar ei­ne Le­bens­ver­si­che­rung ab­schlie­ßen. Da­für steigt der ab­setz­ba­re Be­trag für Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen. Ein Über­blick über wich­ti­ge Än­de­run­gen:

Ab­setz­ba­rer Be­trag für Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen steigt 2017 kön­nen Steu­er­zah­ler mehr Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen als Son­der­aus­ga­ben beim Fi­nanz­amt gel­tend ma­chen. Der ab­setz­ba­re Be­trag steigt von 82 auf 84 Pro­zent. Dar­auf weist der Bund der Steu­er­zah­ler hin. Zu den ab­setz­ba­ren Kos­ten ge­hö­ren zum Bei­spiel die Bei­trä­ge zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung oder zu den be­rufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­wer­ken. Für die Be­rück­sich­ti­gung der Son­der­aus­ga­ben gilt ab dem 1. Ja­nu­ar ein Höchst­be- trag von 23.362 Eu­ro. Al­lein­ste­hen­de kön­nen 19.625 Eu­ro steu­er­lich gel­tend ma­chen.

Hö­he­rer Steu­er­an­teil für Neu­rent­ner Wer 2017 in Ren­te geht, muss 74 Pro­zent sei­ner Ren­te ver­steu­ern. Bis­her lag der steu­er­pflich­ti­ge An­teil bei 72 Pro­zent, er­klärt der Bund der Steu­er­zah­ler. Das be­deu­tet im Um­kehr­schluss: Nur noch 26 Pro­zent der Be­zü­ge sind im kom­men­den Jahr steu­er­frei. Das gilt aber nur für Ren­ten­jahr­gän­ge, die ab 1. Ja­nu­ar neu hin­zu­kom­men. Für Be­stands­rent­ner än­dert sich der ein­mal fest­ge­setz­te steu­er­freie Ren­ten­an­teil nicht.

För­de­rung für be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge steig­tNach An­ga­ben der VZ NRW steigt die mo­nat­li­che Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung auf 6350 Eu­ro (West) und 5700 Eu­ro (Ost). Bis zu die­sen Ein­kom­mens­gren­zen müs­sen Ar­beit­neh­mer im nächs­ten Jahr Bei­trä­ge zur Ren­ten­ver­si­che­rung be­zah­len. Nach An­ga­ben des GDV er­höht sich da­mit gleich­zei­tig der Teil des Ge­halts, den der Ar­beit­ge­ber steu­er- und ab­ga­ben­frei in ei­ne Di­rekt­ver­si­che­rung, Pen­si­ons­kas­se oder ei­nen Pen­si­ons­fonds in­ves­tie­ren kann. Der ge­för­der­te Höchst­be­trag klet­tert dem­nach von 2976 auf 3048 Eu­ro pro Jahr.

Min­dest­lohn wird an­ge­ho­ben Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn steigt erst­mals um 34 Cent auf brut­to 8,84 Eu­ro pro St­un­de. Den Min­dest­lohn er­hal­ten al­le voll­jäh­ri­gen Ar­beit­neh­mer mit Aus­nah­me von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in den ers­ten sechs Mo­na­ten nach Wie­der­auf­nah­me ei­ner Ar­beit. Auch für Mi­ni­job­ber gilt der hö­he­re Min­dest­lohn. Wich­tig zu be­ach­ten: Der Ver­dienst des Mi­ni­job­bers darf trotz­dem die Höchst­gren­ze von 450 Eu­ro mo­nat­lich nicht über­schrei­ten. Im Zwei­fel soll­te man al­so die Ar­beits­zeit ver­kür­zen.

Ga­ran­tie­zins für Le­bens­ver­si­che­run­gen sinkt Wer ab dem 1. Ja­nu­ar ei­nen Ver­trag ab­schließt, muss sich mit ei­nem ge­rin­ge­ren Ga­ran­tie­zins be­gnü­gen. Der so­ge­nann­te Höchst­rech­nungs­zins sinkt von der­zeit 1,25 auf 0,9 Pro­zent, er­klärt der Ge­samt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Der neue Ga­ran­tie­zins gilt auch für neu ab­ge­schlos­se­ne Ries­ter- und Rü­rup-Po­li­cen, in der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge bei Di­rekt­ver­si­che­run­gen und bei ei­ni­gen Pen­si­ons­kas­sen­ver­trä­gen.

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