Städ­te for­dern Di­vi­den­de von RWE

Im­mer mehr Kom­mu­nen ver­kau­fen ih­re Ak­ti­en. Da­mit ent­fal­len Steu­er­pri­vi­le­gi­en.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON ANT­JE HÖ­NING

ES­SEN Nach ei­ner Durst­stre­cke oh­ne Di­vi­den­de for­dern die kom­mu­na­len Ak­tio­nä­re von RWE die Auf­nah­me der Zah­lung. „Wir er­war­ten, dass RWE im kom­men­den Jahr wie­der ei­ne Di­vi­den­de aus­schüt­tet“, sag­te Gun­tram Pehl­ke, Chef der Dort­mun­der Stadt­wer­ke, dem „Han­dels­blatt“. Dort­mund ist größ­ter kom­mu­na­ler Ein­zel­ak­tio­när bei RWE. Es ge­he dar­um, dass der Kon­zern ein Si­gnal ge­be, sag­te Pehl­ke. Er müs­se zei­gen, dass es wie­der auf­wärts ge­he. Die kom­mu­na­len Ak­tio­nä­re kä­men sonst in Er­klä­rungs­not, was das En­ga­ge­ment bei RWE an­ge­he.

Im Fe­bru­ar hat­te der Ver­sor­ger für ei­nen Auf­schrei ge­sorgt, als er erst­mals in sei­ner Ge­schich­te die Di­vi­den­de strich, die die Städ­te fest ein­ge­plant hat­ten. Für 2015 sa­hen die Kom­mu­nen für Stamm­ak­ti­en kei­nen Cent, im Jahr zu­vor hat­te es noch 150 Mil­lio­nen Eu­ro ge­ge­ben.

RWE hat­te dies mit der an­ge­spann­ten La­ge be­grün­det. In­zwi­schen aber hat der Kon­zern 23 Pro­zent der Toch­ter In­no­gy (Ökostrom, Net­ze, Ver­trieb) an die Bör­se ge­bracht, was ihm 2,6 Mil­li­ar­den ein­brach­te. Des­halb se­hen die Städ­te nun Spiel­raum. Ein RWE-Spre­cher sag­te, man wer­de sich zu ge­ge­be­ner Zeit zur Di­vi­den­de äu­ßern. In den ers­ten neun Mo­na­ten er­ziel­te RWE ei­nen nach­hal­ti­gen Ge­winn von 227 Mil­lio­nen Eu­ro. Je­doch muss das von Rolf Martin Schmitz ge­führ­te Un­ter­neh­men 2017 auch 6,8 Mil­li­ar­den an den Atom­fonds zah­len.

Im­mer mehr Städ­te wen­den sich von RWE ab. Der Kreis Vier­sen be­schloss im Som­mer den Aus­stieg, die Stadt Düsseldorf, die vor Jah­ren das Gros zu gu­ten Prei­sen ab­gab, be­rei­tet nun den Ver­kauf der letz­ten RWE-Ak­ti­en vor. Bochum und Bot­trop ha­ben mit dem Ver­kauf be­gon­nen. Rem­scheid prüft den Ver­kauf. Die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft (RWEB), in der ein Teil der Städ­te sei­ne RWE-Ak­ti­en ge­bün­delt hat, teil­te mit, dass ih­re An­tei­le un­ter die ma­gi­sche Gren­ze von 15 Pro­zent ge­fal­len sei­en. Da­mit ent­fällt ein ers­tes Steu­er­pri­vi­leg, die Städ­te müs­sen wie­der Ge­wer­be­steu­er auf die Di­vi­den­de zah­len. Geht es un­ter zehn Pro­zent, ent­fällt auch die Be­frei­ung von der Kör­per­schaft­steu­er. Wenn es über­haupt wie­der Di­vi­den­de gibt.

FOTO: DPA

Noch sit­zen RWE und In­no­gy ge­mein­sam im RWE-Turm in Es­sen.

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