Die Rau­näch­te zwi­schen den Jah­ren

Wir ha­ben ei­ne hoch tech­ni­sier­te, ra­tio­na­le Welt. Da wun­dert sich Pfar­rer Klaus Hurtz, wie viel Ir­ra­tio­na­les in uns Men­schen bis heu­te steckt. Er er­in­nert an „ge­weih­te Näch­te“– die Zeit über Weih­nach­ten hin­aus.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON KLAUS HURTZ KLAUS HURTZ IST PFAR­RER VON ST. MA­RI­EN UND ST. FRAN­ZIS­KUS

8. Fr. 10. So. 11. Sa. 18. So. 10. Sa. 18. Mi. 9. Sa. 18, So. 7.30, 10, 18. So. 18. So. 17. Sa. 17. So. 9.30. Sa. 18. So. 11. Di. In ur­al­ten Zei­ten hat man die Ta­ge nach der Win­ter­son­nen­wen­de ge­fürch­tet, weil sie ei­ne Zwi­schen­zeit wa­ren, in der die Zwi­schen­welt der Geis­ter und Dä­mo­nen be­son­ders be­droh­lich schie­nen, und da­her die Träu­me ei­ne be­son­de­re Qua­li­tät be­sa­ßen. Schon die Be­zeich­nung „Rau­näch­te“führt in frü­he Schich­ten un­se­rer Ge­schich­te, als man die Ta­ge noch in Näch­ten zähl­te. Und in „Rau“kann man so­wohl das mit­tel­hoch­deut­sche rouch ver­mu­ten, was „rau­chen, räu­chern“meint und da­mit auf die Rei­ni­gung von Haus, Vieh und Mensch durch das Ver­bren­nen wohl­rie­chen­der Kräu­ter ver­weist; als auch da­rin die alt­hoch­deut­sche Wort­wur­zel ru­na er­ken­nen, die „Ge­heim­nis, ge­hei­mes Geflüster“be­deu­tet.

Es ist eben die Zeit der über­zäh­li­gen Ta­ge zwi­schen dem luna­ren und so­la­ren Ka­len­der, denn ein Mond­jahr be­steht aus zwölf Mon­den zu je­weils 29,5 Ta­gen, al­so ins­ge­samt 354 Ta­gen; ein Son­nen­jahr hin­ge­gen wie be­kannt aus 365 Ta­gen. Lau­fen Son­ne und Mond im Jah­res­kreis un­auf­fäl­lig ne­ben­ein­an­der, so gilt dies nicht für die letz­ten Ta­ge des so­la­ren Jah­res; sie ge­hö­ren nicht mehr ganz zum al­ten, aber auch noch nicht zum neu­en Jahr. Hie­rin mag der Grund lie­gen, dass die Set­zung des Jah­res­be­ginns in Eu­ro­pa pen­del­te; so war bei den Rö­mern der 1. Ja­nu­ar, bei den Ka­ro­lin­gern der 25. De­zem­ber, im Mit­tel­al­ter der 6. Ja­nu­ar Jah­res­an­fang. Erst seit Mit­te des 17. Jahr­hun­derts wur­de der 1.1. als Jah­res­be­ginn lang­sam all­ge­mein an­er­kannt.

Doch bis heu­te hat sich der Aus­druck „zwi­schen den Jah­ren“er­hal­ten, und auch man­che Sil­ves­ter- bräu­che wie das Bl­ei­gie­ßen oder das Feu­er­werk sind ein spä­ter Re­flex auf die­se au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ta­ge. Denn wo die Zwi­schen­welt so na­he ist, da kann man leich­ter in die Zu­kunft schau­en; und bö­se Geis­ter und Dä­mo­nen hat man im­mer und über­all durch Feu­er und Lärm ver­trie­ben. Man kann nur stau­nen, wie viel Ir­ra­tio­na­les selbst in un­se­rer hoch tech­ni­sier­ten, ra­tio­na­len Welt in uns Men­schen bis heu­te steckt.

Das Chris­ten­tum hat ge­gen die­se Ve­r­un­si­che­run­gen und Ängs­te die „ge­weih­ten Näch­te“ge­stellt, denn nichts an­de­res heißt Weih­nach­ten. Das Ge­heim­nis der Men­sch­wer­dung Got­tes ist so tief und un­aus­lot­bar, dass es nicht in ei­ner Nacht al­lein ge­fei­ert wer­den kann. So be­glei­tet uns das Kind im Fut­ter­trog ins Neue Jahr hin­ein und dar­über hin­aus. Es schenkt uns die lie­ben­de, lie­be­vol­le Acht­sam­keit, die an­ders als Mau­ern und Ge­walt wah­ren Schutz vor dem Bö­sen bie­tet. Denn mö­gen wir auch die Geis­ter und Dä­mo­nen ver­la­chen, die Wirk­mäch­tig­keit des Bö­sen wird uns im­mer wie­der dra­ma­tisch vor Au­gen ge­führt. Ver­trau­en wir al­so auch 2017 der Weih­nachts­bot­schaft: „Christ, der Ret­ter, ist da!“ 10.30 (Hein).

Sa. 18, 23.15 (De­d­ring), So. 10.30 Zen­tral­got­tes­dienst für al­le Pfarr­be­zir­ke. Sa. 17 (Fischer). kein GD. GD. Sa. 17 (Nöl­ler). So. 16 (Pont­kees). Sa. 15 (Nöl­ler). kein GD. kein GD. kein GD. kein GD. kein GD. kein GD. kein GD. So. 10.30 Zen­tral Got­tes­dienst (Lend­zi­an). Sa. 18 (Weh­mei­er). kein Sa. 18 (Raff). So. 16.30 (Raff). So. 11 (Gom­mel-Pack­bier). So. 17.30 (Gom­mel-Pack­bier). Sa. 18 (Wol­ter). Sa. 18 (B. Beu­scher). .

Sa. 18 (Clan­cett/Por­kolab), So. 15 (Por­kolab). Sa. 18 (Schmitz).

FOTO: DPA

Haus, Vieh und Mensch wur­den durch das Ver­bren­nen wohl­rie­chen­der Kräu­ter ge­rei­nigt.

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