Mit Foto in Goldrähm­chen: Gold­hoch­zeit in Sil­ves­ter­lau­ne

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Vom ers­ten Blick­kon­takt beim Kar­ne­val bis zur Hoch­zeit am Sil­ves­ter­tag ver­ging we­ni­ger als ein Jahr. Nun sind Erich Wal­ter und Lie­se­lot­te Pe­tro­nella Schmidt seit ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert ver­hei­ra­tet, so­wohl stan­des­amt­lich als auch – um ei­nen Tag ver­setzt – kirch­lich. Ge­fei­ert wird am 14. Ja­nu­ar im kom­men­den Jahr. Denn dann wird Lie­se­lot­te Schmidt 85 Jah­re alt, und so kann in ver­trau­ter Run­de auf zwei wich­ti­ge Er­eig­nis­se an­ge­sto­ßen wer­den. Un­ter den Gäs­ten wer­den der Sohn, der En­kel und die Uren­kel so­wie zwei ih­rer einst drei Ge­schwis­ter sein.

Die Ein­la­dun­gen für das Fa­mi­li­en­fest sind ver­schickt. Ab­ge­setzt im Goldrähm­chen ist dar­auf das Hoch­zeits­fo­to von da­mals zu se­hen. Als Mot­to wähl­te das Paar den Spruch: „Zwei Men­schen, die sich 50 Jah­re lie­ben, schwe­ben auch zur gold’nen Hoch­zeit noch auf Wol­ke Sie­ben.“Auf dem Foto trägt sie ei­ne wei­ße Pelz­kap­pe. „Für den Pelz ha­be ich ge­kämpft. Da­für bin ich ge­lau­fen“, er­in­nert sich Lie­se­lot­te Schmidt, die als Ak­kord-Schnei­de­rin ge­ar­bei­tet hat.

Ihr Mann war bis zur Pen­sio­nie­rung Dre­her und Frä­ser bei der Un­ter­neh­mens­grup­pe Trütz­sch­ler. Er stammt aus Chem­nitz und kam vor dem Mau­er­bau 1959 in den Wes­ten. „Ich woll­te et­was An­de­res se­hen als die DDR“, er­zählt der 76-Jäh­ri­ge, der die­sen Schritt nie be­reut hat. „Am An­fang hat er sich ein paar Jah­re äl­ter ge­macht“, kom­men­tiert sei­ne Gat­tin schel­misch den Al­ters­un­ter­schied, wäh­rend er ver­le­gen ab­winkt und wohl auch die­sen Kniff nie be­reut hat.

Denn bei­de ge­nie­ßen die Zeit mit­ein­an­der bei Spa­zier­gän­gen, beim Fla­nie­ren „durch das Städt­chen“so­wie Be­su­chen in den be­nach­bar­ten Städ­ten Vier­sen und Kre­feld. Vor ei­ni­ger Zeit ha­ben sie sich in Oden­kir­chen ei­ne klei­ne­re Woh­nung ge­nom­men und auch den Gar­ten auf­ge­ge­ben, um we­ni­ger Ar­beit zu ha­ben.

Nun steht sei­ne Mo­dell-Ei­sen­bahn­land­schaft am Ein­gang und ver­rät – wie die Lo­ko­mo­ti­ven und Wag­gons in zwei Wand­vi­tri­nen – sein liebs­tes Hob­by. In der frü­he­ren Woh­nung konn­te Erich Schmidt sei­ne Lei­den­schaft im al­ten Kin­der­zim­mer aus­le­ben. „Für mich hat er dar­auf ver­zich­tet“, er­zählt sei­ne Frau und ver­rät da­mit viel über das Ver­traut-Sein. Sie rät­selt und liest ger­ne „al­les, was wich­tig ist“. Zum stil­len Lä­cheln ih­res Man­nes gibt sie Ein­blick in das per­sön­li­che Glück: „Wir sind zu­frie­den. Da wa­ren ei­ni­ge Krank­hei­ten. Das wir da durch sind, ist auch viel wert.“

FOTO: SCHMIDT

Lie­se­lot­te und Erich Schmidt auf ih­rem Hoch­zeits­bild

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