Das Ri­tu­al ei­ner pro­vo­zie­ren­den CSU

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GRE­GOR MAYNTZ CSU FOR­DERT STOPP DER

Die Bil­der von CSU-Po­li­ti­kern im ver­schnei­ten Wild­bad Kreuth wer­den an die­sem Jah­res­an­fang feh­len. Das Bil­dungs­zen­trum wird sa­niert, des­halb zieht die CSU-Lan­des­grup­pe vom Te­gern­see zum Chiem­see. Ins dor­ti­ge Klos­ter See­on nimmt sie aber den viel­zi­tier­ten „Geist von Kreuth“mit: deut­li­che, zu­wei­len krach­le­der­ne Ei­gen­stän­dig­keit. Und das ver­bun­den mit ei­nem Ri­tu­al: Die CSU stößt mit For­de­run­gen in die nach­rich­ten­ar­me Jah­res­wen­de­zeit, die vie­le Men­schen und vor al­lem die po­li­ti­schen Geg­ner pro­vo­zie­ren. Doch ei­ne Wei­le spä­ter folgt ei­ne Bun­des­tags­mehr­heit ge­nau die­sen For­de­run­gen: von Ein­schrän­kun­gen bei So­zi­al­leis­tun­gen für EU-Aus­län­der bis zu schär­fe­ren Ab­schie­be­re­ge­lun­gen.

Wenn die CSU nun Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer aus See­not ret­ten, dann aber in Afri­ka und nicht in Eu­ro­pa an Land brin­gen will, dann ist auch das mehr als ei­nen Re­flex wert. Je­den­falls wä­re es ge­eig­net, den Schlep­pern ihr zy­nisch-men­schen­ver­ach­ten­des Hand­werk zu le­gen. Und si­cher­lich rückt in den Be­zie­hun­gen zwi­schen EU und Tür­kei der Tag nä­her, an dem ver­pass­te Chan­cen und feh­len­de Hoff­nun­gen nicht mehr be­dau­ert wer­den, son­dern es um ei­nen al­ter­na­ti­ven Neu­an­fang geht. BE­RICHT

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