Über­for­der­te Be­hör­den

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THOREN

Die einst so hoch ge­lob­te deut­sche Bü­ro­kra­tie schei­tert an den Her­aus­for­de­run­gen der Flücht­lings­kri­se. Was in der Sil­ves­ter­nacht mit Fehl­pla­nung und Ohn­macht der Köl­ner Po­li­zei be­gann, hat sich im Lau­fe des Jah­res zu ei­nem kaum fass­ba­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­sa­gen ge­stei­gert.

Erst wur­den die Flücht­lin­ge lü­cken­haft er­fasst, spä­ter stell­te sich her­aus, dass nicht we­ni­ge un­ter fal­schen Na­men mehr­fach re­gis­triert wur­den. Der Berg der Asyl­an­trä­ge wächst, ob­wohl die Zahl der Zu­ge­reis­ten sinkt. In der Ter­ror­ab­wehr gibt es, so zeig­te sich beim An­schlag auf den Weih­nachts­markt in Ber­lin, er­heb­li­che, kaum nach­voll­zieh­ba­re Si­cher­heits­lü­cken. Wie kann es sein, dass der mut­maß­li­che At­ten­tä­ter Am­ri zwar als Ge­fähr­der be­kannt war, sich aber frei im Land be­we­gen konn­te?

Bis 2016 gal­ten die Deut­schen welt­weit als Meis­ter im Or­ga­ni­sie­ren. Am En­de des Jah­res steht fest, dass es an Pro­fes­sio­na­li­tät man­gelt. Un­se­rer Bü­ro­kra­tie fehlt es of­fen­sicht­lich an fä­hi­gen Kri­sen­ma­na­gern und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gen. So ist im neu­en Jahr kein Staat zu ma­chen. BE­RICHT

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