Fall Am­ri: Auch NRW-Grü­ne ha­ben Fra­gen an Jä­ger

Der NRW-In­nen­mi­nis­ter wehrt sich ge­gen Vor­wür­fe.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

DÜS­SEL­DORF (RP) Der in die Kri­tik ge­ra­te­ne NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) hat die Ar­beit der Si­cher­heits­be­hör­den im Fall des mut­maß­li­chen Weih­nachts­markt-At­ten­tä­ters Anis Am­ri ver­tei­digt. Der Tu­ne­si­er sei län­ge­re Zeit be­ob­ach­tet wor­den. Da­bei ha­be es kei­ne Hin­wei­se auf die kon­kre­te Pla­nung ei­nes An­schlags ge­ge­ben, be­ton­te Jä­ger im „Mor­gen­ma­ga­zin“.

Für den grü­nen Ko­ali­ti­ons­part­ner sind noch Fra­gen of­fen. Die in­nen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im NRW-Land­tag, Ve­re­na Sch­äf­fer, sag­te im Sen­der WDR 5: „Fehl­te die Rechts­grund­la­ge, um ihn wei­ter zu be­ob­ach­ten? Oder gab es tat­säch­lich ei­ne Feh­l­ein­schät­zung der Si­cher­heits­be­hör­den von Bund und Län­dern?“Of­fen sei auch, war­um Am­ri ent­ge­gen ge­setz­li­chen Auf­la­gen NRW ver­las­sen konn­te. Der In­nen­aus­schuss des Land­tags wird sich am Don­ners­tag mit dem Fall be­fas­sen. Sch­äf­fer und Jä­ger be­ton- ten in­des, nie­mand dür­fe nur we­gen ei­nes va­gen Ver­dachts in­haf­tiert wer­den. Jä­ger sag­te, wenn es um so­ge­nann­te Ge­fähr­der ge­he, dann müss­ten die Be­hör­den zwi­schen Prah­le­rei und tat­säch­li­chen Hin­wei­sen un­ter­schei­den. Bei der Ob­ser­vie­rung Am­ris sei der Ein­druck ent­stan­den, dass er sich eher vom Sala­fis­mus weg- und zur all­ge­mei­nen Kri­mi­na­li­tät hin­be­we­ge und ins Dro­gen­mi­lieu ab­rut­sche: „Wir dis­ku­tie­ren heu­te mit dem Wis­sen von heu­te. Mit dem Wis­sen von da­mals sieht das ein biss­chen an­ders aus.“

Die Ber­li­ner Po­li­zei wies ges­tern den Vor­wurf zu­rück, nach dem An­schlag den vor­über­ge­hend fest­ge­nom­me­nen Pa­kis­ta­ner miss­han­delt zu ha­ben. „Das hat nicht den Hauch von Sub­stanz“, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher. Die bri­ti­sche Zei­tung „Guar­di­an“, die nach ei­ge­nen An­ga­ben mit dem 24-Jäh­ri­gen ge­re­det hat­te, be­rich­te­te ges­tern über an­geb­li­che Schlä­ge.

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