Skru­pel­lo­se So­zia­lis­ten

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON TO­BI­AS KÄU­FER

Ve­ne­zue­las re­gie­ren­de So­zia­lis­ten ha­ben im De­zem­ber 2015 die Par­la­ments­wah­len kra­chend ver­lo­ren. Doch an­statt den höchs­ten Sou­ve­rän zu re­spek­tie­ren, ha­ben sie sich ein ei­ge­nes Par­la­ment ge­bas­telt. Seit der Wahl­nie­der­la­ge igno­riert Prä­si­dent Ni­colás Ma­du­ro die Na­tio­nal­ver­samm­lung, re­giert mit Aus­nah­me­zu­stand und Son­der­de­kre­ten ge­gen den er­klär­ten Volks­wil­len. Als der Ver­such schei­ter­te, das Par­la­ment ju­ris­tisch zu ent­mach­ten, kam dem Ex-Bus­fah­rer die Idee, ein­fach ein li­ni­en­treu­es Ne­ben-Par­la­ment zu in­stal­lie­ren.

Die­sen Ver­fas­sungs­kon­vent gibt es nun seit dem blu­ti­gen Wahl­sonn­tag. Bei der Wahl blie­ben knapp zwei Drit­tel des Wahl­vol­kes zu Hau­se, und das ist noch schön ge­rech­net. Ei­ne Bla­ma­ge. Ma­du­ro hat sich skru­pel­los ei­ne par­la­men­ta­ri­sche Par­al­lel­ge­sell­schaft ge­schaf­fen, die zur Welt­sicht der ve­ne­zo­la­ni­schen So­zia­lis­ten passt. Wer Kri­tik übt, ist ein Va­ter­lands­ver­rä­ter. Wer ei­ne an­de­re Mei­nung ver­tritt, ein La­kai der USA. Wer sei­ne Stim­me ei­ner an­de­ren Par­tei gibt, wird mit ei­nem neu­en Par­la­ment be­straft. Was für ein bit­te­rer Tag für Ve­ne­zue­la. BERICHT

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