„Rei­sen­der Tä­ter“vor Schöf­fen­ge­richt

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

14 Ta­ge war der An­ge­klag­te mit al­ba­ni­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit in Deutsch­land. In die­ser Zeit brach der 32-jäh­ri­ge Mann in Mön­chen­glad­bach und Kre­feld in ins­ge­samt drei Ein­fa­mi­li­en­häu­ser ein. Da­bei er­beu­te­te er ein paar Tau­send Eu­ro Bar­geld, Schmuck und ei­ne Le­der­ja­cke. Mit der Ja­cke ha­be er sich nachts zu­ge­deckt, er­klär­te der Ob­dach­lo­se. Der An­ge­klag­te gab die Ein­brü­che so­fort zu und ent­schul­dig­te sich. In Al­ba­ni­en hat­te er als Lkw-Fah­rer ge­ar­bei­tet. Zur Tat­zeit im Herbst 2015 sei er nach Deutsch­land ge­kom­men, weil er ei­nen Be­kann­ten tref­fen woll­te, der ihm hier Ar­beit ver­schaf­fen woll­te. Doch der Be­kann­te sei nicht auf­find­bar ge­we­sen. So wur­de der Al­ba­ner auf dem Rück­weg nach Hau­se an der un­ga­ri­schen Gren­ze fest­ge­nom­men.

Den er­beu­te­ten Schmuck ha­be er je­weils ge­gen Dro­gen ge­tauscht, gab sich der 32-Jäh­ri­ge als Jun­kie zu er­ken­nen. Aber da­mit sei nun Schluss. „Ich wer­de jetzt bald Va­ter, mei­ne Frau er­war­tet ein Kind“, er­klär­te der An­ge­klag­te. Der Staats­an­walt for­der­te schließ­lich für den „rei­sen­den Tä­ter“, wie er ihn nann­te, ei­ne Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und acht Mo­na­ten – aber oh­ne Be­wäh­rung. Schließ­lich sei der An­ge­klag­te be­reits in Frank­reich ein­mal als Ein­bre­cher auf­ge­fal­len und dort be­reits zu ei­ner ein­jäh­ri­gen Haft­stra­fe ver­ur­teilt wor­den.

Durch sein Ge­ständ­nis ha­be der Al­ba­ner dem Schöf­fen­ge­richt den Auf­tritt von Zeu­gen er­spart, setz­te sich der Ver­tei­di­ger für sei­nen Man­dan­ten ein und bat um ei­ne ge­rin­ge­re Stra­fe. Im­mer­hin ha­be der An­ge­klag­te un­ter Sucht­druck ge­han­delt und sei be­reits seit April in Un­ter­su­chungs­haft.

Das Schöf­fen­ge­richt schloss sich dem Plä­doy­er des Staats­an­walts an. Es ver­ur­teil­te den An­ge­klag­ten we­gen Ein­bruch­dieb­stahls in drei Fäl­len zu ei­ner Haft­stra­fe von ei­nem Jahr und acht Mo­na­ten – oh­ne Be­wäh­rung. Schließ­lich sei der Tä­ter be­reits in Frank­reich auf­ge­fal­len. Er wol­le in Be­ru­fung ge­hen, er­klär­ten der An­ge­klag­te und sein Ver­tei­di­ger am En­de.

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