Ver­dacht auf Wahl­be­trug in Ve­ne­zue­la er­här­tet sich

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

CA­RA­CAS (rtr) Bei der Wahl der um­strit­te­nen Ver­fas­sungs­ver­samm­lung in Ve­ne­zue­la ist es nach Da­ten der Wahl­kom­mis­si­on of­fen­bar zu er­heb­li­chen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten ge­kom­men. Den in­ter­nen Zah­len zu­fol­ge, die die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters ein­se­hen konn­te, hat­ten am Sonn­tag bis 17.30 Uhr 3,7 Mil­lio­nen Men­schen ih­re Stim­me ab­ge­ge­ben. Die Re­gie­rung hat­te nach Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le um 19 Uhr er­klärt, dass 8,1 Mil­lio­nen Ve­ne­zo­la­ner zur Wahl ge­gan­gen sei­en.

Ei­ne Ver­dop­pe­lung der Wahl­be­tei­li­gung bin­nen ein­ein­halb St­un­den wä­re nach An­sicht von Ex­per­ten sehr un­ge­wöhn­lich. Die Fir­ma Smart­ma­tic, die auf die Her­stel­lung von Wahl­ge­rä­ten spe­zia­li­siert ist, er- klär­te in Lon­don, die Zah­len zur Wahl­be­tei­li­gung sei­en ein­deu­tig ma­ni­pu­liert wor­den. Die Be­hör­den hät­ten ei­ne um schät­zungs­wei­se min­des­tens ei­ne Mil­li­on zu ho­he Zahl an­ge­ge­ben, sag­te der Chef des Un­ter­neh­mens, An­to­nio Mu­gi­ca.

Die Op­po­si­ti­on hat­te zum Boy­kott der Wahl auf­ge­ru­fen. In die Ver­fas­sungs­ver­samm­lung sind da­mit aus­schließ­lich Un­ter­stüt­zer des so­zia­lis­ti­schen Prä­si­den­ten Ni­colás Ma­du­ro ge­wählt wor­den. Das Gre­mi­um kann an­de­re In­sti­tu­tio­nen auf­lö­sen, dar­un­ter das von der Op­po­si­ti­on kon­trol­lier­te Par­la­ment.

Die USA stuf­ten Ma­du­ro de fac­to als Dik­ta­tor ein und ver­häng­ten Sank­tio­nen. Auch die EU prüft Maß­nah­men ge­gen die Re­gie­rung.

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