Clown we­gen Be­läs­ti­gung ver­ur­teilt

Der Glad­ba­cher geht ge­gen Geld­stra­fe in Be­ru­fung: „Das ist freie Kunst.“

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

(an­gr/wuk) Der Mön­chen­glad­ba­cher Clown Donk, der un­ter an­de­rem in der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt Men­schen be­lus­tigt, be­schäf­tigt in der Lan­des­haupt­stadt jetzt die Ju­ris­ten. Der 54-Jäh­ri­ge war ver­gan­ge­ne Wo­che vom Amts­ge­richt Düsseldorf zu ei­ner Geld­stra­fe in Hö­he von 800 Eu­ro ver­ur­teilt wor­den – und zwar we­gen Be­läs­ti­gung. Doch das Ver­fah­ren geht in die nächs­te Run­de: Der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mar­tin Lauppe-Ass­mann über­nahm nun den Fall und leg­te Be­ru­fung ge­gen den Rich­ter­spruch ein. Die Auf­trit­te des Clowns ge­hen wohl in die nächs­te In­stanz. „Ich wer­de mir jetzt erst­mal die Er­mitt­lungs­ak­te an­schau­en“, sag­te Lauppe-Ass­mann.

Ei­ne frem­de Frau öf­fent­lich im Alt­stadt-Tru­bel laut­hals als „Lu­der“zu be­zeich­nen, ihr un­ter dem Ge­joh­le der Zu­schau­er aufs Ge­säß zu schla­gen – „das ist freie Kunst“, sag­te der Stra­ßen-Clown (54), der sich zu­nächst selbst ver­tei­dig­te. Für sei­ne an­geb­li­che Pu­bli­kums-Be­lus­ti­gung soll­te er 600 Eu­ro Stra­fe zah­len. „Lu- der“sei „lieb ge­meint ge­we­sen“, be­grün­de­te er den Ein­spruch. „Ich ma­che seit 21 Jah­ren Pan­to­mi­me – und wenn ich ar­bei­te, dann mit dem Her­zen, nicht nach dem Ver­stand“, so sein Kunst­ver­ständ­nis.

Doch die Frau (50) und ei­ne Freun­din (53) zeig­ten we­nig Ver­ständ­nis da­für, dass sich der Alt­stadt-Clown auf ih­re Kos­ten La­cher ver­schafft, sie ehr­ver­let­zend „bloß­ge­stellt“und be­lei­digt ha­be. An­fangs hieß es gar, der Clown ha­be die jün­ge­re am Weg­ge­hen ge­hin­dert, ihr noch ei­nen Kuss auf die Wan­ge ge­drückt. „Nur bei hüb­schen Frau­en mach‘ ich das viel­leicht“, so der An­ge­klag­te. So­fort griff die Rich­te­rin ein: „Kei­ne Frau fin­det es grund­sätz­lich schön, als Lu­der be­zeich­net zu wer­den. Und Sie kön­nen nicht al­les un­ter den Deck­man­tel der Kunst­frei­heit stel­len!“Da der An­ge­klag­te aber auf sei­ner An­sicht von „Kunst“be­harr­te, stuf­te die Rich­te­rin sei­ne Stra­fe hoch auf jetzt 800 Eu­ro. Da­ge­gen will nun Rechts­an­walt Mar­tin Lauppe-Ass­mann vor­ge­hen.

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