Das Mil­lio­nen-Pro­jekt Breit­band­aus­bau

Die Stadt be­kommt von Bund und Land neun Mil­lio­nen Eu­ro an För­der­geld, um da­mit 1200 Haus­hal­te mit schnel­lem In­ter­net zu ver­sor­gen. Ge­plant ist der Bau von Glas­fa­ser-An­schlüs­sen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON ANDRE­AS GRUHN

Die Stadt der Gi­ga­bit-An­schlüs­se – die­ses gro­ße Ziel nahm sich Mön­chen­glad­bach im ver­gan­ge­nen Jahr vor. Dass dies aber kaum oh­ne öf­fent­li­che Gel­der ge­lin­gen kann, war spä­tes­tens nach den zu Jah­res­be­ginn in wei­ten Tei­len des Stadt­ge­bie­tes ge­schei­ter­ten Nach­fra­ge­bün­de­lun­gen des pri­va­ten An­bie­ters Deut­sche Glas­fa­ser klar. Im­mer­hin: Es gibt öf­fent­li­che För­der­gel­der. Neun Mil­lio­nen Eu­ro soll jetzt die Stadt je zur Hälf­te von Bund und Land be­kom­men, um rund 1200 un­ter­ver­sorg­te Privat- und Ge­wer­be­an­schlüs­se im Stadt­ge­biet mit ei­nem zu­kunfts­fä­hi­gen In­ter­net­an­schluss aus­zu­rüs­ten. Fo­kus­siert wer­de ei­ne durch­gän­gi­ge und rei­ne Glas­fa­ser­an­bin­dung, die eben­sol­che Gi­ga­bit-Ge­schwin­dig­kei­ten er­mög­li­che, teil­te die Stadt ges­tern mit. Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners wer­de den För­der­be­scheid am 16. Au­gust im Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Berlin ent­ge­gen­neh­men. Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Gün­ter Krings sag­te, er freue sich, dass sein Ein­satz für die För­de­rung beim Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um jetzt Er­folg hat­te.

Un­ter­ver­sorgt sind sol­che wei­ßen Fle­cken, bei de­nen bis En­de 2019 ei­ne Band­brei­te von 30 Me­ga­bit (Mbit) pro Se­kun­de un­ter­schrit­ten wird. „Wir freu­en uns sehr über den Be­scheid, das ist ein gu­ter Schritt“, sag­te der städ­ti­sche Breit­band­ko­or­di­na­tor Ben­ja­min Schmidt. „Na­tür­lich ist un­ser Ziel, so we­nig wie mög­lich auf För­der­mit­tel an­ge­wie­sen zu sein und so viel wie mög­lich von pri­va­ten In­ves­to­ren aus­bau­en zu las­sen.“In den kom­men­den Mo­na­ten soll in ei­nem Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren ein pri­va­ter An­bie­ter ge­fun­den wer­den, der den Glas­fa­ser-Aus­bau über­nimmt. Mög­li­cher­wei­se kom­men dann auch be­kann­te Un­ter­neh­men wie­der ins Spiel: Deut­sche Te­le­kom? Oder die Deut­sche Glas­fa­ser?

Klar ist: Der kom­plett privat fi­nan­zier­te Aus­bau der wich­tigs­ten In­fra­struk­tur der Zu­kunft ist kaum um­zu­set­zen. Platz­hirsch Te­le­kom hat im­mer noch kaum Glas­fa­ser bis in die Woh­nun­gen lie­gen, son­dern ihr Kup­fer­netz im ver­gan­ge­nen Herbst vom Ver­tei­ler­kas­ten bis zu den Haus-An­schlüs­sen mit­tels Vec­to­ring-Tech­no­lo­gie auf ei­ne – Stand heu­te – re­spek­ta­ble Ge­schwin­dig­keit von bis zu 100 Mbit pro Se­kun­de ge­bracht. Die ist aber auch nur in ab­so­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len er­reich­bar – und sie ist in et­wa so zu­kunfts­si­cher wie ein Te­le­gramm. Kon­kur­rent Deut­sche Glas­fa­ser fand in den Stadt-Ge­bie­ten, in de­nen Youtube-Vi­de­os be­reits ei­ni- ger­ma­ßen ru­ckel­frei lau­fen, zu we­nig In­ter­es­sen­ten, als dass sich der Aus­bau fi­nan­zi­ell ge­lohnt hät­te. So baut das Un­ter­neh­men mit Sitz in Bor­ken vor al­lem in den länd­li­che­ren Re­gio­nen aus.

Mit den För­der­gel­dern sol­len nun aber sol­che An­schlüs­se aus­ge­baut wer­den, die bis­her durchs Ras­ter ge­fal­len sind: „Es han­delt sich um Haus­hal­te, die kei­ne Chan­ce ha­ben, über pri­va­te An­bie­ter an­ge­schlos­sen zu wer­den“, sagt Ben­ja­min Schmidt. Die­se un­ter­ver­sorg­ten Ge­bie­te wur­den in ei­ner Breit­band­stu­die von der Mi­cus-Stra­te­gie­be­ra­tung er­mit­telt. Die Ge­bie­te ste­hen be­reits fest, man kann sich als Haus­be­sit­zer jetzt nicht dar­um be­wer­ben. Und wel­che Ge­bie­te das sind, da­zu gibt es kei­ne Aus­kunft. Die­se In­fra­struk­tur­da­ten der pri­va­ten An­bie­ter ba­sier­ten auf ver­trau­li­chen Da­ten, sag­te Breit­band­ko­or­di­na­tor Ben­ja­min Schmidt.

„Der flä­chen­de­cken­de An­schluss an die Glas­fa­ser-Au­to­bahn ist ent­schei­dend für die Zu­kunfts­fä­hig­keit un­se­rer Stadt“, teil­te der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hans Pe­ter Schle­gel­milch mit. „Schnel­les In­ter­net ge­hört längst zur kom­mu­ni­ka­ti­ven Da­seins­vor­sor­ge und ist mit Blick auf die An­sied­lung von Un­ter­neh­men und die At­trak­ti­vi­tät als Wohn­ort ein zen­tra­ler Stand­ort­fak­tor.“

ARCHIVFOTO: BLAZY

Glas­fa­ser-Ka­bel­sa­lat: In sol­che Lehr­roh­re wer­den die Glas­fa­ser-Lei­tun­gen ver­legt. Sie sol­len in Glad­bach 1200 un­ter­ver­sorg­te An­schlüs­se er­rei­chen.

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