Sch­orch: In­sol­venz ist er­öff­net, aber „bes­se­re Auf­trags­la­ge“

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON ANDRE­AS GRUHN

Beim an­ge­schla­ge­nen Mo­to­ren­bau­er Sch­orch hat die ent­schei­den­de Pha­se der Re­struk­tu­rie­rung be­gon­nen. Das Amts­ge­richt Mön­chen­glad­bach er­öff­ne­te am Di­ens­tag das In­sol­venz­ver­fah­ren in Ei­gen­ver­ant­wor­tung we­gen „Zah­lungs­un­fä­hig­keit und Über­schul­dung“, wie es in der Be­kannt­ma­chung heißt. Bei Ei- gen­ver­ant­wor­tung darf die Un­ter­neh­mens­lei­tung wei­ter ent­schei­den, al­ler­dings steht sie un­ter Auf­sicht ei­nes Sach­wal­ters. Das Ge­richt be­stell­te den Mön­chen­glad­ba­cher Rechts­an­walt Horst Pie­pen­burg zum Sach­wal­ter. Das Un­ter­neh­men hat­te den In­sol­venz­an­trag An­fang Mai ge­stellt.

Un­ge­ach­tet des nun er­öff­ne­ten In­sol­venz­ver­fah­rens ist die Re­struk- tu­rie­rung Sch­orchs plan­ge­mäß auf Kurs, sag­te ges­tern der be­auf­trag­te Sa­nie­rungs­ex­per­te und Ver­ant­wort­li­che für die Re­struk­tu­rie­rung, Dirk And­res: „Die Auf­trags­la­ge ist gut und liegt so­gar leicht über Vor­jah­res­ni­veau. Die Kun­den hal­ten wei­ter­hin am Un­ter­neh­men fest.“

Die Er­öff­nung än­dert aber nichts dar­an, dass 144 Mit­ar­bei­ter ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren wer­den und in ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft wech­seln sol­len. Dies ist das Er­geb­nis der Ver­hand­lun­gen zwi­schen Be­triebs­rat und Un­ter­neh­mens­lei­tung. Ur­sprüng­lich war die Re­de von 200 Ent­las­sun­gen ge­we­sen. 240 Ar­beits­plät­ze sol­len er­hal­ten blei­ben. Da­für mach­te die ge­sam­te Be­leg­schaft Zu­ge­ständ­nis­se: un­ter an­de­rem die Er­hö­hung der Wo­chen­ar­beits­zeit auf 40 St­un­den so­wie ei­nen Ver­zicht auf Ur­laubs- und Weih­nachts­geld. Dies ha­be wei­ter­hin Gül­tig­keit, sag­te ges­tern ein Spre­cher des Sach­wal­ters un­se­rer Re­dak­ti­on.

Teil des Sa­nie­rungs­plans ist auch, lohn­in­ten­si­ve Fer­ti­gungs­tei­le künf­tig von Schwes­ter­ge­sell­schaf­ten im ATB-Mut­ter­kon­zern in Po­len, Ser­bi­en und Chi­na fer­ti­gen zu las­sen.

FO­TO: SCH­ORCH GMBH

Das Mön­chen­glad­ba­cher Werk des Mo­to­ren­her­stel­lers ATB Sch­orch an der Brei­te­stra­ße.

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