Be­wäh­rungs­stra­fe für ag­gres­si­ven 20-Jäh­ri­gen

Der Glad­ba­cher muss­te sich er­neut we­gen Be­dro­hung und Kör­per­ver­let­zung vor Ge­richt ver­ant­wor­ten.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Der in­zwi­schen 20-jäh­ri­ge An­ge­klag­te be­kam ei­nen hoch­ro­ten Kopf, als ihm ges­tern der Ver­tre­ter der Ju­gend­ge­richts­hil­fe vor dem Ju­gend­schöf­fen­ge­richt vor­hielt, wie er sich in der Ver­gan­gen­heit ver­hal­ten hat­te. Er kon­su­mier­te Ma­ri­hua­na, Am­phet­ami­ne und Al­ko­hol und ras­te­te bei der kleins­ten Ge­le­gen­heit aus. Freun­din­nen schlug er im Streit ins Ge­sicht und be­haup­te­te zugleich: „Ich hab kein Ag­gres­si­ons­pro­blem.“Von Ar­bei­ten hielt er auch nicht viel. Die Haupt­schu­le hat­te der An­ge­klag­te oh­ne Ab­schluss nach der neun­ten Klas­se ver­las­sen. 2014 und 2015 war der Glad­ba­cher be­reits we­gen Kör­per­ver­let­zung und Sach­be­schä­di­gung auf­ge­fal­len und hat­te mehr­mals Ar­rest-Stra­fen ver­büßt.

Auch dies­mal wur­de der An­ge­klag­te von ei­nem 15 Jah­re al­ten Schü­ler be­schul­digt: „Auf dem Spiel­platz kam der mit ei­nem an­de­ren Ju­gend­li­chen auf mich zu, hat mich mit dem Fuß ge­tre­ten und mir ei­ne Kopf­nuss ver­passt.“Aber dies­mal gab es im Ge­richts­saal ei­ne Über­ra­schung: „Ich möch­te mich ent­schul­di­gen. Ich war be­trun­ken. Ich will 100 Eu­ro Schmer­zens­geld ge­ben“, re­agier­te der An­ge­klag­te un­ge­wohnt. Mit ei­nem Al­ko­hol­pe­gel von 2,1 Pro­mil­le im Blut schlug er ei­ne Freun­din ins Ge­sicht. In­zwi­schen wol­len die jun­gen Frau­en von ihm nichts mehr wis­sen.

Dann schil­der­te der Ver­tei­di­ger des An­ge­klag­ten po­si­ti­ve Ve­rän­de­run­gen in des­sen Le­ben. „Dro­gen neh­me ich kaum noch, ab und zu Ma­ri­hua­na. Au­ßer­dem ha­be ich jetzt ei­ne ei­ge­ne Woh­nung, ste­he auf ei­ge­nen Fü­ßen und ar­bei­te“, be­rich­te­te der jun­ge Mann.

Am En­de be­lohn­te das Ju­gend­schöf­fen­ge­richt das Ge­ständ­nis des An­ge­klag­ten mit ei­ner Be­wäh­rungs­chan­ce. Es ver­ur­teil­te ihn we­gen Kör­per­ver­let­zung in zwei Fäl­len, ein­mal mit Be­dro­hung, we­gen Sach­be­schä­di­gung und Dro­gen­be­sit­zes zu ei­ner Ein­heits­ju­gend­stra­fe von acht Mo­na­ten mit Be­wäh­rung. Al­ler­dings muss er in der zwei­jäh­ri­gen Be­wäh­rungs­zeit mit Hil­fe der Dro­gen­be­ra­tung sein Dro­gen­pro­blem lö­sen, an ei­nem An­ti-Ge­wal­tTrai­ning teil­neh­men, Dro­gen­scree­nings ab­sol­vie­ren und ein ge­re­gel­tes Ar­beits­ver­hält­nis bei­be­hal­ten. Er­füllt er die­se Be­din­gun­gen nicht, droht ihm die Haft, hieß es in der Ur­teils­be­grün­dung des Ge­richts.

„Ich möch­te mich ent­schul­di­gen. Ich war be­trun­ken“

An­ge­klag­ter (20)

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