Tro­pi­sches De­sas­ter

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESSLER

Im Prin­zip ist Ve­ne­zue­la ein rei­ches Land. Es hat die größ­ten Erd­öl­re­ser­ven der Welt, ei­ne gut aus­ge­bil­de­te Be­völ­ke­rung und ei­ne stark ent­wi­ckel­te In­dus­trie. Die re­gie­ren­den So­zia­lis­ten ha­ben dar­aus ein Ar­men­haus ge­macht – mit 1000 Pro­zent In­fla­ti­on, mas­si­vem Rück­gang der Wirt­schafts­leis­tung und rui­nö­sem Staats­haus­halt.

Ei­ne Re­gie­rung, die das ver­ur­sacht hat, ist reif für die Ab­wahl. Doch die ver­hin­dert Prä­si­dent Ni­colás Ma­du­ro der­zeit mit al­len Mit­teln. Zu­letzt hat er aus Ge­treu­en und Ver­wand­ten ei­ne ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung zu­sam­men­ge­stop­pelt, die al­le de­mo­kra­tisch ge­wähl­ten In­sti­tu­tio­nen er­set­zen soll. Das Pseu­do-Par­la­ment ver­drängt die recht­mä­ßig ge­wähl­ten Volks­ver­tre­ter, bei de­nen die Op­po­si­ti­on die Mehr­heit hat, so­gar aus de­ren ei­ge­nem Ge­bäu­de.

Den De­mo­kra­ten in Ve­ne­zue­la bleibt nichts an­de­res üb­rig, als den au­to­ri­tär re­gie­ren­den Ma­du­ro durch zi­vi­len Un­ge­hor­sam zu ent­mach­ten. Die Al­ter­na­ti­ve wä­re ein ge­schei­ter­ter Staat wie in Li­by­en. Denn Ma­du­ro dürf­te es nicht ein­mal schaf­fen, ei­ne Dik­ta­tur nach dem Vor­bild Ku­bas zu in­stal­lie­ren. BE­RICHT

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