Zwei Jah­re und fünf Mo­na­te Ju­gend­stra­fe für Dea­ler

Ein 21-jäh­ri­ger Mönchengladbacher wur­de mit zwölf Tü­ten Ma­ri­hua­na in der Un­ter­ho­se er­wischt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Zwei jun­ge Män­ner soll­ten sich we­gen Dro­gen­han­dels vor der Ers­ten Gro­ßen Ju­gend­kam­mer des Mönchengladbacher Land­ge­richts ve­r­a­ne­wor­ten. Zwei An­wäl­te wa­ren zu dem Pro­zess­ter­min pünkt­lich ein­ge­trof­fen. Aber nur ein 21-jäh­ri­ger An­ge­klag­ter war an­we­send. Jus­tiz­wacht­meis­ter hat­ten ihn aus der Un­ter­su­chungs­haft in den Schwur­ge­richts­saal ge­bracht. Doch der 17 -jäh­ri­ge Mit­an­ge­klag­te war dem Pro­zess fern­ge­blie­ben. Ge­gen ihn er­ging Haft­be­fehl. ge­gen den 21-Jäh­ri­gen wur­de ver­han­delt, das Ge­richt ver­ur­teil­te ihn zu ei­ner Haft­stra­fe von zwei Jah­ren und fünf Mo­na­ten.

Der 21-jäh­ri­ge Mönchengladbacher saß zum ers­ten Mal auf ei­ner An­kla­ge­bank. Er war zu­vor noch nie auf­ge­fal­len. Doch der jun­ge Mann war so­fort ge­ständ­nis­be­reit. Un­ter an­de­rem warf ihm die Staats­an­wäl­tin ge­werbs­mä­ßi­gen Han­del mit Ma­ri­hua­na und Wi­der­stand ge­gen ei­nen Po­li­zei­be­am­ten vor. Au­ßer­dem hat­te der 21-Jäh­ri­ge den min­der­jäh­ri­gen nicht er­schie­ne­nen Mit­an­ge­klag­ten ver­an­lasst, für ihn Dro­gen zu bun­kern und ihm Ma­ri­hua­na über­las­sen. Solch ei­ne Ver- füh­rung ei­nes Min­der­jäh­ri­gen durch ei­nen Er­wach­se­nen zu Rausch­gift­ge­schäf­ten wird vom Ge­setz­ge­ber hart ge­straft.

Der 21-Jäh­ri­ge, der ei­ne Ma­ler-La­ckie­rer-Leh­re ab­ge­bro­chen hat­te, kon­su­mier­te seit et­wa drei Jah­ren Ma­ri­hua­na. An der St­re­se­mann­stra­ße war er als Dea­ler von der Po­li­zei er­wischt wor­den. Da­bei hat­ten die Be­am­ten auch in des­sen Un­ter­ho­se zwölf Tü­ten por­ti­ons­wei­se ver­pack­tes Ma­ri­hua­na ent­deckt. Der An­ge­klag­te woll­te un­be­dingt ver­mei­den, noch ein­mal mit Dro­gen er­wischt zu wer­den. Des­halb hat­te er den Mit­an­ge­klag­ten zum Bun­kern von Ma­ri­hua­na ver­an­lasst. Im Ge­richts­saal ver­si­cher­te der Glad­ba­cher, der als Schü­ler un­ter Ent­wick­lungs­stö­run­gen ge­lit­ten hat­te, aber gleich­wohl spä­ter ei­nen Schul­ab­schluss ge­schafft hat­te, in der Un­ter­su­chungs­haft wür­de er kein Ma­ri­hua­na mehr kon­su­mie­ren. „Ich will ei­ne The­ra­pie ma­chen“, be­teu­er­te er. Am En­de ver­ur­teil­te das Ge­richt den Dea­ler zu ei­ner Ju­gend­stra­fe von zwei Jah­ren und fünf Mo­na­ten. „Ab­sol­vie­ren Sie mit Er­folg ei­ne The­ra­pie, wird der Rest der Ju­gend­stra­fe zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt“, ver­sprach der Kam­mer­vor­sit­zen­de Lothar Be­ckers.

„Ab­sol­vie­ren Sie mit Er­folg ei­ne The­ra­pie, wird der Rest zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt“

Lothar Be­ckers Rich­ter

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