Schön, alt, schnell, laut – Clas­sic Days

Schloss Dyck ist an die­sem Wo­che­n­en­de wie­der ein­mal das Ziel vie­ler Old­ti­mer. Tau­sen­de Be­su­cher wer­den er­war­tet.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON MAR­CO BÜ­REN

Heu­te und mor­gen noch ge­hö­ren die Stra­ßen rund um Schloss Dyck und der Schloss­park den Au­tos und Mo­tor­rä­dern aus ver­gan­ge­nen Zei­ten. Nicht nur die Old­ti­mer, son­dern auch Be­sit­zer und man­cher der vie­len tau­send Be­su­cher sor­gen für ei­ne schö­ne Zei­t­rei­se –sei es in Pet­ti­coat oder Kni­cker­bo­cker. Da­zu pas­sen auch die – nicht ganz ernst ge­mein­ten – Orts­schil­der, die der Ver­an­stal­ter auf­ge­stellt hat. Sie mar­kie­ren das En­de der „Rea­len Welt“und eben den Be­ginn der „Clas­sic Days“.

Ges­tern schon konn­ten Zu­schau­er die Old­ti­mer be­stau­nen, die auf ei­ge­ner Ach­se zum Schloss ge­kom­men sind. Rich­tig hoch her geht es dann heu­te und mor­gen mit meh­re­ren schnel­len Run­den auf der ab­ge- sperr­ten Stre­cke, Mo­tor­sport-Stars, Schön­heits­wett­be­wer­ben und na­tür­lich ganz viel al­tem Glanz, den es am Schloss auch in Ru­he zu be­stau­nen gibt – ga­ran­tiert ist für je­den Klassik-Freund et­was da­bei, wie die­se klei­ne Aus­wahl be­wei­sen soll:

Der Kleins­te: 14 PS, zwei Sitz­plät­ze – mehr Au­to brauch­te kei­ner, der in der Wirt­schafts­wun­der­zeit mo­bil sein woll­te. Der Mes­ser­sch­mitt Ka­bi­nen­rol­ler des Neus­sers Her­mann Her­furt­ner steht ge­mein­sam mit an­de­ren Hel­den der 1950er Jah­re auf der Pla­za.

Der Äl­tes­te: 1888 – das Au­to war gera­de ein­mal zwei Jah­re vor­her er­fun­den – bau­te And­re­as Flo­cken in Coburg den wohl ers­ten deut­schen Wa­gen mit Elek­tro­an­trieb. Auch wenn es sich bei dem Fahr­zeug, das auf der Ap­fel­wie­se zu se­hen ist, um ei­nen Nach­bau han­delt: Der Grund- st­ein des Wa­gens ist ei­ne Kut­sche aus dem 19. Jahr­hun­dert, wie sie wohl auch für das ver­schol­le­ne Ori­gi­nal ver­wen­det wur­de.

Der Be­rühm­tes­te: Wal­ter Röhrl wur­de im März 70 Jah­re alt. Der mehr­fa­che Ral­lye-Welt­meis­ter fei­ert auf Schloss Dyck sei­nen run­den Ge­burts­tag nach und be­wegt Fahr­zeu­ge aus sei­ner ak­ti­ven Kar­rie­re auf dem Rund­kurs. Wei­te­re Pro­mis sind un­ter an­de­rem die frü­he­ren For­mel-1-Fah­rer Jo­chen Mass und Karl Wend­lin­ger. Auch die in Mön­chen­glad­bach ge­bo­re­ne Renn­fah­re­rin El­len Lohr be­sucht wie­der die Clas­sic Days. Das be­rühm­tes­te Au­to dürf­te wohl der Fer­ra­ri 156 sein. Mit solch ei­nem Wa­gen kämpf­te der Deut­sche Wolf­gang Graf Berg­he von Trips im Jahr 1961 um die For­mel-1Welt­meis­ter­schaft, bis er in Mon­za bei ei­nem Renn­un­fall ums Le­ben kam. Den nach­ge­bau­ten Wa­gen bringt Fer­ra­ri mit, denn die Ita­lie­ner fei­ern ih­ren 70. Ge­burts­tag für ih­re deut­schen Fans bei den Clas­sic Days.

Der Aus­dau­ernds­te: Der Ben­ja­field’s Ra­c­ing Club ist wie­der ein­mal am Schloss zu Gast. Sei­ne Mit­glie­der rei­sen mit ih­ren Vor­kriegs-Bent­leys größ­ten­teils aus Groß­bri­tan­ni­en an – aus ei­ge­ner Kraft. Wie an­stren­gend das sein kann, da­für be­kom­men die Zu­schau­er ein Ge­fühl, wenn die Un­ge­tü­me auf der Rund­stre­cke un­ter­wegs sind.

Der Schöns­te: Er wird am Sonn­tag im Con­cours d’Ele­gan­ce im Schloss­park ge­wählt.

Der Schnells­te: Zwei­fel­los der Bu­gat­ti Grand Sport Vi­tes­se, der 410 km/h schnell sein kann. Er ist mit ei­nem Bau­jahr von 2006 al­ler­dings we­nig klas­sisch.

Ka­bi­nen­rol­ler-„Be­sat­zung“.

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