Wenn die Piz­za zu­rück­starrt

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

Iss nichts, wo­von du nicht wirk­lich weißt, was es ist. Die­sen Merk­satz bringt Ste­phan aus dem jüngs­ten Ita­li­en­ur­laub mit. In sei­ner Di­enst­zeit bei der Bun­des­wehr hat­te er zwar schon im Ein­zel­kämpf­er­gang zum The­ma „Er­näh­ren aus der Na­tur“ge­lernt, dass sel­ten gut schmeckt, was schlecht riecht. Das half ihm aber in der Si­tua­ti­on we­nig wei­ter, als er in der Piz­ze­ria in Le­ri­ci nach der Be­stel­lung be­merk­te, dass er sich ver­tan hat­te und nun rät­sel­te, was sich denn hin­ter dem so harm­los fröh­li­chen Na­men Ci­ci­ri­nella ver­ber­gen könn­te. An­schlie­ßend blick­te er fra­gend in die – so schien es – Dut­zen­den von klei­nen Au­gen, die ihn von der Piz­za aus an­starr­ten. Ihr Be­lag be­stand aus gut 200 läng­li­chen wei­ßen Ge­schöp­fen - mit Au­ge. Der Ge­schmack er­in­ner­te ent­fernt an Fisch. Nach dem – mu­ti­gen – Ver­zehr der Piz­za klär­te ihn der Kell­ner auf: Es han­de­le sich um Fisch­laich, noch so un­dif­fe­ren­ziert, dass er kei­ner Fi­sch­art zu­ge­ord­net wer­den kön­ne. Den gan­zen üb­ri­gen Tag plag­te Kurt sein schlech­tes Ge­wis­sen: Ba­by­fi­sche, qua­si Em­bry­os, hat­te er ver­speist. Dem­nächst wer­de er nicht mehr so blind in die ört­li­che-Spe­zia­li­tä­ten-Fal­le tap­pen. elm

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