Ze­cken-Biss gilt als „Un­fall“

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES -

Mön­chen­glad­bach, im Au­gust 2017. Wald­spa­zier­gän­ge gel­ten als er­hol­sam. Doch manch­mal lau­ern dort auch Ge­fah­ren wie Ze­cken, die Bak­te­ri­en und Vi­ren über­tra­gen kön­nen. Ihr Biss gilt auch als Un­fall, wenn der pri­va­ten Un­fall­ver­si­che­rung die neu­es­ten Be­din­gun­gen zu­grun­de lie­gen. Dar­auf macht der Bun­des­ver­band Deut­scher Ver­si­che­rungs­kauf­leu­te (BVK) auf­merk­sam. Die Um­stel­lung al­ter Ver­trä­ge auf neue­re Be­din­gun­gen er­folgt je­doch nicht au­to­ma­tisch. Man muss sie ver­lan­gen, wenn man fi­nan­zi­ell bes­ser ge­schützt sein will.

Ab­ge­se­hen von ei­ni­gen spe­zia­li­sier­ten Un­ter­neh­men, die schon seit Jah­ren in an­spruchs­vol­len Ver­trä­gen die Fol­gen von Ze­cken­bis­sen als Un­fäl­le an­er­ken­nen, hat sich das Gros der Ver­si­che­rer bis­her an die tra­di­tio­nel­le Un­fall­de­fi­ni­ti­on ge­klam­mert, wo­nach ein „plötz­lich und un­ab­wend­bar von au­ßen kom­men­des Er­eig­nis“Vor­aus­set­zung für ei­nen an­er­kann­ten Un­fall ist. Als sol­cher gilt dann ein zu­nächst un­be­merk­ter Ze­cken­biss nicht. Die Fol­ge: We­der bei der Bak­te­ri­en-In­fek­ti­on Bor­re­lio­se noch bei Früh­som­mer-Me­nin­go­en­ze­pha­li­tis (FSME) noch bei Mye­li­tis (Rü­cken­markser­kran­kung), den drei mög­li­chen schlim­men Fol­gen von Bis­sen in­fi­zier­ter Ze­cken, gab es bis­her das für ei­nen Un­fall ver­ein­bar­te Geld. Auf Kran­ken­haus­ta­ge­geld, noch auf ei­ne fi­nan­zi­el­le Ab­fin­dung oder Ren­te war­te­ten die Ver­si­cher­ten ver­ge­bens.

Wer die­sen fi­nan­zi­el­len Schutz für wich­tig hält, der soll­te die Ver­trags­um­stel­lung auf neue­re Be­din­gun­gen for- dern, emp­feh­len die Ver­mitt­ler des Be­zirks Mön­chen­glad­bach im BVK. Be­son­ders Fa­mi­li­en soll­ten dar­auf ach­ten, dass ih­re Un­fall­ver­si­che­run­gen auch Ze­cken­bis­se als Un­fäl­le im Ver­si­che­rungs­schutz ein­ge­schlos­sen ha­ben.

Auch soll­ten Ver­si­cher­te ih­re Ver­trä­ge auf den Ein­schluss von so ge­nann­ten As­sis­tan­ce-Leis­tun­gen über­prü­fen. Die­se be­inhal­ten Haus­halts­hil­fen und Di­enst­leis­tun­gen, wenn man auf­grund ei­nes Un­falls so schwer ge­schä­digt wor­den ist, dass die Ver­rich­tung all­täg­li­cher Auf­ga­ben nicht selbst be­wäl­tigt wer­den kann. Zu­dem gibt es Ta­ri­fe, die Kran­ken­haus­ta­ge­geld zah­len, wenn ei­ne sta­tio­nä­re Be­hand­lung not­wen­dig ge­wor­den ist. Zu den ein­zel­nen Ta­rif­de­tails be­fragt man am bes­ten den Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler sei­nes Ver­trau­ens.

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