Igno­ran­te Ren­ten­po­li­ti­ker

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON BIRGIT MAR­SCHALL

Ei­gent­lich weiß doch je­der, dass bei der Ren­te nicht al­les so blei­ben kann, wie es ist, weil die Le­bens­er­war­tung so stark ge­stie­gen ist und wei­ter zu­nimmt. Die Po­li­ti­ker wol­len es nur nicht ehr­lich sa­gen, weil im Sep­tem­ber ge­wählt wird. Die Par­tei­en ver­schlie­ßen aber nicht nur die Augen, ei­ni­ge ver­spre­chen so­gar un­ver­fro­ren neue Wohl­ta­ten. Wie die CSU, die die Müt­ter­ren­ten noch­mals er­hö­hen will, oder die SPD, die das Ren­ten­ni­veau nicht wie im Ge­setz vor­ge­se­hen ab­sen­ken will.

Sol­che Plä­ne der Par­tei­en sind un­ver­ant­wort­lich. Die ab 2020 ra­pi­de al­tern­de Ge­sell­schaft kann nicht er­war­ten, dass ihr auf dem Um­la­ge­ver­fah­ren ba­sie­ren­des Ren­ten­sys­tem an den ent­schei­den­den Stel­len un­ver­än­dert blei­ben kann. Wer nicht will, dass stark stei­gen­de Bei­trä­ge und Steu­ern Wirt­schaft und jün­ge­re Ge­ne­ra­tio­nen stran­gu­lie­ren oder dass Äl­te­re mas­sen­wei­se in Al­ters­ar­mut rut­schen, muss auch ein hö­he­res Ren­ten­ein­tritts­al­ter in Be­tracht zie­hen. Bis 2029 wird es schritt­wei­se auf 67 Jah­re er­höht. Es ab 2030 im glei­chen Tem­po wei­ter stei­gen zu las­sen, wä­re plau­si­bel. Erst um 2050 lä­ge es bei 70. Da­ge­gen lässt sich we­nig ein­wen­den, wenn man be­denkt, dass die rest­li­che Le­bens­er­war­tung auch dann noch 20 bis 30 Jah­re be­tra­gen wird. BE­RICHT

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