Stadt Lü­nen plant ers­ten Hun­de­wald in NRW

Ein 1,5 Hekt­ar gro­ßes Wald­stück soll da­für ein­ge­zäunt wer­den. Zu­stim­mung des For­st­amts fehlt aber noch.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON MAR­KUS PLÜM

LÜ­NEN 15.000 Qua­drat­me­ter lei­nen­lo­ses Ver­gnü­gen. Das könn­te für die rund 6000 in der Stadt Lü­nen le­ben­den Hun­de bald Wirk­lich­keit wer­den. Denn die Stadt im Kreis Un­na plant der­zeit als ers­te Kom­mu­ne in NRW die Ein­rich­tung ei­nes Hun­de­walds.

Die Idee da­zu kam Paul Jahn­ke, Orts­ver­eins­vor­sit­zen­der der CDU Lü­nen-Bram­bau­er. „Die Idee hat­te ich be­reits vor zwei oder drei Jah­ren. Aber in die Spur ge­bracht ha­be ich mein An­lie­gen jetzt nach ei­nem Be­such in Dä­ne­mark“, sagt Jahn­ke. Dort sind Hun­de­wäl­der, in de­nen die Tie­re nach Lust und Lau­ne to­ben kön­nen, längst kei­ne Be­son­der­heit mehr. Rund 600 um­zäun­te Wald­ge­bie­te gibt es in Dä­ne­mark, in de­nen – an­ders als sonst üb­lich – der Lei­nenzwang auf­ge­ho­ben ist.

So et­was soll es nach dem Wil­len von Jahn­ke dem­nächst auch in Lü­nen ge­ben. Da­her hat er mit der CDU-Frak­ti­on jüngst ei­nen ent- spre­chen­den An­trag ge­stellt. Aus­ge­guckt hat der 63-Jäh­ri­ge da­für das 1,5 Hekt­ar gro­ße Wald­ge­biet Tock­hau­sen im Stadt­teil Bram­bau­er. Zwar dürf­ten Hun­de auch in ei­nem „nor­ma­len“Wald oh­ne Lei­ne lau­fen – al­ler­dings die be­fes­tig­ten We­ge da­bei nicht ver­las­sen. Ein Hun­de­wald wä­re für Jahn­ke die idea­le Al­ter­na­ti­ve. „Wir be­fin­den uns auf ei­nem gu- ten Weg, En­de Au­gust gibt es ei­nen Orts­ter­min mit der Kreis­ver­wal­tung und dem Lan­des­be­trieb Wald und Holz NRW.“

Auch die Stadt­ver­wal­tung Lü­nen hat kei­ne grund­sätz­li­chen Be­den­ken. „Ein Vor­teil wä­re, ka­na­li­sie­ren zu kön­nen, wo die Hal­ter mit ih­ren Tie­ren un­ter­wegs sind. Zu­dem könn­te man den Hal­tern mehr Frei- hei­ten ein­räu­men als bei­spiels­wei­se im Park“, sagt ei­ne Stadt­spre­che­rin. Der­zeit wer­de noch ge­prüft, wel­che Kos­ten der Stadt ent­stün­den – ein Haupt­kos­ten­fak­tor wä­re der­zeit der Zaun, mit dem das Wald­stück ein­ge­grenzt wer­den müss­te.

Al­ler­dings könn­te die­ser Zaun auch der Grund sein, war­um dem Pro­jekt letzt­lich doch noch die Zu­stim­mung ver­wei­gert wer­den könn­te. „Es gibt das all­ge­mei­ne Wald­be­tre­tungs­recht. Ei­ne Ein­zäu­nung müss­te da­her aus­rei­chend be­grün­det wer­den“, sagt Micha­el Blasch­ke vom Lan­des­be­trieb Wald und Holz NRW. Pau­schal kön­ne man das al­ler­dings nicht be­ur­tei­len, da viel auch von den lo­ka­len Ge­ge­ben­hei­ten ab­hin­ge. „Das wird vor Ort ge­prüft.“

Bei den Lü­ner Initia­to­ren geht man hin­ge­gen da­von aus, dass die­se Prü­fung po­si­tiv aus­fal­len wird. Der­zeit wird ein Ver­ein ge­grün­det, der sich um die Un­ter­hal­tung des Hun­de­wal­des küm­mern will. 60 In­ter­es­sen­ten hät­ten bis­lang ih­re Un­ter­stüt­zung zu­ge­si­chert.

FO­TO: MAR­KUS VAN OFFEREN

Hun­de dür­fen auch im „nor­ma­len“Wald oh­ne Lei­ne lau­fen – al­ler­dings die be­fes­tig­ten We­ge da­bei nicht ver­las­sen.

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