Am En­de ent­schul­dig­ten sich die An­ge­klag­ten beim Op­fer

Ein Es­se­ner lud fünf frem­de Ju­gend­li­che in sei­ne Woh­nung. Im Streit schlug ihn ei­ner kran­ken­haus­reif.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Am 1. Ju­ni 2016 wa­ren die drei Mön­chen­glad­ba­cher (18 und 20 Jah­re alt) abends mit ei­nem Pkw nach Es­sen ge­fah­ren. Die zwei 18-Jäh­ri­gen, die ges­tern vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Ju­gend­schöf­fen­ge­richt auf der An­kla­ge­bank Platz neh­men muss­ten, woll­ten da­mals in Es­sen „Par­ty ma­chen“. Laut An­kla­ge sol­len sie sich in der Par­ty­nacht an ei­ner Kör­per­ver­let­zung und ei­nem Raub be­tei­ligt ha­ben, was sie aber be­strit­ten. Ei­ner der 18-Jäh­ri­gen schil­der­te, wie sie da­mals in Es­sen vor ei­nem Re­stau­rant, in­zwi­schen in ei­ner Grup­pe zu fünft, ei­nen 28jäh­ri­gen Mann ken­nen­lern­ten, der ge­gen­über wohn­te. Aus des­sen Fens­ter war lau­te Mu­sik zu hö­ren.

Es ent­spann sich ein Ge­spräch. Die fünf jun­gen Män­ner, de­ren Au­to vor der Tür ge­parkt war, frag­ten, ob sie in der Woh­nung des Es­se­ners ei­nen Jo­int rau­chen könn­ten. Der 28Jäh­ri­ge war ein­ver­stan­den. Zu­vor such­te die Grup­pe ei­nen Ki­osk auf und ver­sorg­te sich mit Bier­vor­rat. Ei­ner der 18-Jäh­ri­gen, der in der Woh­nung ver­such­te, sei­nen Rausch aus­zu­schla­fen, er­in­ner­te sich, ei­nen Schlag ge­hört zu ha­ben: „Plötz­lich war es ge­fähr­lich ge­wor­den. Wir woll­ten ver­schwin­den.“Der 28-jäh­ri­ge Woh­nungs­in­ha­ber er­klär­te als Zeu­ge, dass die zu­vor fried­li­che Stim­mung plötz­lich um­ge­schla­gen sei. Als er sag­te, er ha­be et­was ge­gen Na­zis, sei er so­fort ge­schla­gen wor­den. Als er dann zu Bo­den ging, sei er von meh­re­ren ge­tre­ten wor­den. „Ich ha­be dann ge­merkt, dass in­zwi­schen mei­ne Bu­de aus­ge­räumt wur­de“, so der 28-Jäh­ri­ge, der da­mals ei­nen Bruch in der Au­gen­höh­le da­von trug, der ope­riert wer­den muss­te.

Der 20-Jäh­ri­ge, der von Jus­tiz­wacht­meis­tern aus dem Ge­fäng­nis in den Ge­richts­saal ge­bracht wur­de, gab sich in sei­ner Zeu­gen­aus­sa­ge als Schlä­ger zu er­ken­nen: „Ich ha­be ge­schla­gen. Die bei­den An­ge­klag­ten ha­ben da­mit nichts zu tun.“Das gab er al­ler­dings erst zu, als ihm der Rich­ter sag­te, dass er kein Recht ha­be, die Zeu­gen­aus­sa­ge zu ver­wei­gern. Am En­de ge­stand der 20-Jäh­ri­ge auch ein, da­mals aus der Woh­nung ein Fern­seh­ge­rät, das Porte­mon­naie, DVD-Fil­me und ein Han­dy ge­stoh­len und die Beu­te am En­de im Wa­gen der Glad­ba­cher trans­por­tiert zu ha­ben. „Das ha­ben wir al­les mit be­kom­men“, ge­stan­den die An­ge­klag­ten schließ­lich ein.

Nach Ju­gend­straf­recht er­hiel­ten die An­ge­klag­ten ei­nen Schuld­spruch mit Be­wäh­rung. Ei­ner muss an das Op­fer ein Schmer­zens­geld von 800 Eu­ro zah­len. Der Mit­an­ge­klag­te muss 100 St­un­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten. Bei­de ent­schul­dig­ten sich am En­de bei dem 28-jäh­ri­gen Op­fer.

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