Mi­gran­ten in der De­fen­si­ve

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON KIRS­TEN BIALDIGA

Bei­na­he je­der fünf­te Nord­rhein-West­fa­le hat aus­län­di­sche Wur­zeln. Vie­le von ih­nen le­ben schon län­ger hier, ha­ben aber trotz­dem kaum Mög­lich­kei­ten po­li­ti­scher Mit­spra­che. Ein Gre­mi­um, das auf kom­mu­na­ler Ebe­ne da­zu bei­trägt, dass auch die In­ter­es­sen von Mi­gran­ten ge­hört wer­den, ist der In­te­gra­ti­ons­rat. Nicht über­all funk­tio­niert die Zu­sam­men­ar­beit rei­bungs­los, manch ei­ne Ge­mein­de hat durch­aus schlech­te Er­fah­run­gen da­mit ge­macht. Aber es war bei­spiels­wei­se der Duis­bur­ger In­te­gra­ti­ons­rat, der die Ab­schie­bung des ne­pa­le­si­schen Mäd­chens Biv­si als Ers­ter zum The­ma mach­te.

In­dem die neue Lan­des­re­gie­rung es nun aber den Städ­ten und Ge­mein­den über­las­sen will, ob sie ei­nen In­te­gra­ti­ons­rat ein­rich­ten wol­len, schwächt sie die Po­si­ti­on der Mi­gran­ten. Bei Kon­tro­ver­sen im Stadt­rat schwingt un­aus­ge­spro­chen künf­tig im­mer die Dro­hung mit, dass die Kom­mu­ne den In­te­gra­ti­ons­rat ja auch ein­fach ab­schaf­fen kann, wenn er ihr zu un­be­quem wird. Dies macht ei­ne kon­struk­ti­ve Zu­sam­men­ar­beit auf Au­gen­hö­he in Zu­kunft si­cher nicht leich­ter. Wer aber das Ge­fühl hat, nicht mehr ge­hört zu wer­den, ist für ra­di­ka­le Bot­schaf­ten mög­li­cher­wei­se eher emp­fäng­lich. BE­RICHT

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